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Winterzeit ist Wartungszeit

In vielen Bau-Betrieben ruht die Arbeit im Winter. Zeit genug, um professionelle Reparaturen und Wartungen durchzuführen. Weil dabei niemand im Dreck wühlen will, gilt es zunächst, die Gerätschaften gut zu säubern. Unser Autor beschreibt, was es sonst noch zu tun gibt.

Selbst stark abgenutzte Radladerschaufeln mit Lchern (oben) setzen die Experten von HS-Schoch in kurzer Zeit wieder Instand (unten).Foto: Foto: HS-Schoch, Lauchheim

In der Hochsaison geht es oft sehr hektisch zu und abgenutzte Maschinen und Werkzeuge werden dann selten gründlich aufgearbeitet. Meist werden nur die notdürftigsten Instandsetzungsarbeiten durchgeführt, der Rest wird auf später verschoben. In der Winterzeit sieht es dann ganz anders aus. Endlich können Maschinen und Werkzeuge für die kommende Saison fit gemacht werden. Weil dabei niemand im Dreck wühlen will, gilt es zunächst die Gerätschaften vorab gut zu säubern. Bei großen Baggern, Radladern und selbst riesigen Anbaugeräten dauert das ein wenig. Häufig arbeitet man mit Hochdruckreinigungssystemen und der Marktführer Kärcher aus Winnenden dürfte hinlänglich bekannt sein. Bei längeren Arbeiten ermüdet die Hand- und Fingermuskulatur an der Hochdruckpistole doch sehr leicht und oftmals treten sogar Krämpfe auf. Aus diesem Grunde hat der Marktführer nun eine neue Pistole konstruiert. Die sogenannte "Easy!Force“- Hochdruckpistole besitzt einen Abzug, der mit dem Handballen in den Griff geschoben wird. Allein der Rückstoß des Wasserstrahls drückt dann den Abzug von selbst in die Hand. Eine dauerhafte Anspannung von Hand- und Fingermuskulatur entfällt dadurch. Ein ungewolltes Auslösen wird durch einen gelben Sicherungshebel, an der Innenseite des Griffs, verhindert. Nach einmaligem kurzem Betätigen kann er wieder losgelassen werden.

Vor der Wartung sollten Gerte, Maschinen und Anlagen gereinigt werden.Foto: Foto: Krcher

Neben Hochdruckreinigungsgeräten sind ebenfalls Höchstdruck-Reinigungssysteme im Lieferprogramm. Mit kaltem oder heißem Wasser bei 600 bis 2.500 bar Druck haben selbst hartnäckigste Verschmutzungen sowie Beschichtungen keine Chance haften zu bleiben. Das Abreinigen erfolgt zudem ohne jeglichen Zusatz von Reinigungsmitteln.

Neue Motorenöle sind gefragt

In der Regel gilt es die Fahrzeuge und Anlagen nach der Reinigung trocken zu fahren. Dabei werden die Betriebsstoffe flüssiger und können danach bei Bedarf gut abgelassen werden. Im Gegensatz zu früher, wo klassische Motorenöle eingesetzt wurden, kommen nunmehr verstärkt die sogenannten Low-SAPS-Motorenöle zum Einsatz. Die Abkürzung SAPS steht für die Anfangsbuchstaben der englischen Begriffe Sulphated Ash, Phosphorus sowie Sulphur. Das bedeutet, dass ein Low-SAPS Motorenöl ein Öl mit sehr niedrigen Anteilen an Sulfat­asche, Phosphor sowie Schwefel ist. Aufgrund ihrer niedrigeren Neigung zur Aschebildung werden solche Öle auch als low-ash Öle bezeichnet. Hintergrund dieser Entwicklung sind die Einhaltung der neuen Abgasgrenzwerte (vor allem EU-Stufe IV/ Tier 4 final und die kommende EU-Stufe-V) und der damit verbundene Einsatz hochmoderner Abgaskomponenten wie Katalysatoren, Partikelfilter sowie SCR-Systeme. Alle diese Komponenten benötigen zur störungsfreien Funktion ganz andere Motorenöle als früher.

Herkömmliche, klassische Motorenöle weisen nämlich einen hohen Aschegehalt auf, schließlich sollte deren alkalische Reserve besonders hoch sein. Doch die Asche der verwendeten Additive wie Bor, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Schwefel und Zink verstopfen schnell die feinen Poren der Dieselpartikel­filter sowie die kleinen, langen Kanäle der Katalysatoren. Deren Lebensdauer nimmt drastisch ab und ein viel zu frühzeitiger sowie teurer Austausch ist von Nöten. Phosphor und Schwefel sind zudem ausgesprochene Katalysatorgifte und neutralisieren die katalytischen Oberflächen (Washcoat plus Edelmetalle). Die Funktion der Abgasentgiftung bei allen Katalysatortypen von Diesel-, Benzin- und Gasmotoren wird dadurch gestört. Die meisten Betriebsstoffhersteller haben solche Low-SAPS-Motorenöle inzwischen im Programm und für welche Maschine oder Anlage welches Öl von Nöten ist, darüber geben wiederum die Maschinenhersteller gerne Auskunft.

Neben weiteren, allgemeinen Wartungsarbeiten wie Schmierstellen abfetten, Zündkerzen wechseln, Öl- und Luftfilter reinigen oder austauschen, Kühlflüssigkeitsstand überprüfen und anderes mehr dürfte die Wiederaufarbeitung von verschlissenen Werkzeugen ein wesentlicher Zentralpunkt bei den Instandsetzungsarbeiten in der Winterzeit sein. Egal ob Baggerlöffel, Radladerschaufel, Backenbrecher oder Prallmühlenmesser, viele Werkzeuge sind verschlissen, die Zähne krumm oder fehlen ganz und sogar Löcher sowie Ausbrechungen sind nicht selten vorhanden.

Zum Glück gibt es in Deutschland eine Reihe von sehr kompetenten Firmen, welche diese Arbeiten gerne zu 100 % durchführen, so dass der Rohstoffbetrieb sich nur um den Aus- und Abbau sowie den Versand kümmern muss. Sogar letzteres entfällt, wenn die Firmen gleich vor Ort am Firmensitz des Steine- und Erdenbetriebes die Regeneration durchführen und/ oder einen Abhol- und Bringservice anbieten.

Die Rotoren einer Prallmhle lassen sich mittels Cracox-Blechen optimal aufbereiten.Foto: Foto: Craco

"Wir machen es wieder fit", so lautet das Motto von Craco im rheinland-pfälzischen Atzelgift. Seit 75 Jahren kümmern sich die Instandsetzungsexperten mit ihrem großen Werkzeugmaschinenpark darum, dass die Anbaugeräte und die zahlreichen Verschleißteile von Anlagen wieder wie neu sind und dadurch sehr viel bessere Leistungen bringen. Dank des Einsatzes ausgewählter, hochverschleißfester Materialien sind derart regenerierte Werkzeuge und Anlagenteile oft sogar besser als die serienmäßigen, neuen Ausführungen. Bei den hauseigenen Cracox-Stählen handelt es sich um innovative, extrem verschleißfeste Premium-Sonderfeinkornstähle. Die Martensitisch-bainitische Mikrostruktur wird durch Mikrolegierungen wie Niob sehr fein ausgebildet und dank Chrom-Zusätze wird eine feine Verteilung extrem harter Carbide (größer 1.200 HV) erzeugt. Aufgrund von Niob- und Nickelbeigaben erhält man zudem ein vergleichweise hohes Werkstoff-Zähigkeitsniveau, das vielen herkömmlichen Verschleißstählen weit überlegen ist.

Auf Kundenwunsch erfolgt sogar der Aus- und spätere Einbau vor Ort. Darüber hinaus werden Rotoren bestmöglich gewuchtet, deren Lager und Lagerböcke ausgetauscht, neue Auskleidungen vorgenommen, Neuteile konstruiert und gefertigt sowie anderes mehr zeitgerecht erledigt.

Wellness für Schaufeln, Löffel, Greifer und anderes mehr

Ob Verschleißerscheinungen oder Bruchschäden, ob dringend notwendige Bohrwerksarbeiten, Aufpanzerungen oder der Austausch ganzer Baugruppen unter Einsatz von Verschleißblechen an hochbeanspruchten Stellen. Die Anbaugeräte- und Verschleißteileexperten des Unternehmens HS-Schoch, im süddeutschen Lauchheim sowie im nordostdeutschen Coswig-Cobbelsdorf sind für die Winterregeneration von Schaufeln, Greifern, Löffeln und anderes mehr prädestiniert. Je nach Produkt sind die aufgearbeiteten Werkzeuge und Maschinen nach einem Regenerationsaufenthalt bei HS-Schoch sogar in noch besserem Zustand als wie sie neu waren. Möglich wird dieser Wandel durch die Verwendung von besten Hardox-Verschleißblechen, Borox-Messerstählen und Esco-Zahnsystemen, Schutzschilde und Verschleißplatten.

Vor über 40 Jahren haben Ingenieure des schwedischen Stahlherstellers SSAB (Svenskt Stål AB) ein bis dato als unlösbar geltendes Problem beseitigt: Die Herstellung von biegbaren Verschleißblechen. Seitdem hat sich das schwedische Produkt " Hardox" zigtausendfach bewährt. Diese Verschleißbleche sollen stets die höchsten Anforderungen in Sachen Verschleißfestigkeit, Qualität, Ebenheit und Oberflächenbeschaffenheit erfüllen. Dank der einzigartigen Kombination von hoher Festigkeit, einer gleichmäßigen Härte von bis zu 600 HBW und sehr guter Kerbschlagzähigkeit erhöht sich mit dem Einsatz von Hardox die Leistungsfähigkeit und Verfügbarkeit von vielen verschleißbeanspruchten Konstruktionen wie Schaufeln, Greifer, Löffel, Förderbänder, Rutschen, Container, Brechwerke, Zerkleinerungsmaschinen, Rührwerke, Siebe, Abbruchwerkzeuge und anderes mehr. So lassen sich selbst sehr ramponierte Anbaugeräte wie kürzlich eine Baggerschaufel mit verschlissenen Zähnen und Löcher wieder bestens Instand setzen.

Neben einem Abhol- und Lieferservice mit eigenem Fuhrpark ist auch das vielköpfige Außendienstteam von HS-Schoch tagtäglich vor Ort beim Kunden und begutachtet was es Instand zu halten gilt. Bei Bedarf wird bereits vor Ort das Aufmass genommen und repariert.

Auch ans Spritsparen denken

Das bayerische Unternehmen Rädlinger in Cham stellt nicht nur eine Vielzahl an Anbaugeräten selber her, sondern bietet als Dienstleistung auch die Aufarbeitung von verschlissenen Werkzeugen aller Hersteller an. Vor allem auf ein optimales Verhältnis von hoher Festigkeit bei möglichst niedrigem Gewicht legen die Chamer besonderen Wert. Bei der Konstruktion von Anbaugeräten für schwere Einsätze wie in der Gewinnungsindustrie liegt die Herausforderung nämlich darin, die optimale Balance zu finden zwischen ausreichendem Verschleißschutz und einer langen Lebensdauer des Löffels sowie einem möglichst niedrigen Eigengewicht, um den Treibstoffverbrauch der Baumaschinen in Grenzen zu halten. Zudem erzielt man mit einem möglichst leichten Werkzeug sehr viel höhere Nutzlasten. Schließlich soll der Bagger, der Radlader oder der Dumper Rohstoffe bewegen und nicht nur das Anbaugerät, die Mulde selbst.

Durch die Verwendung hochwertiger Werkstoffe und hochfester Stähle – je nach Anwendungsfall wird das geeignete Material ausgesucht – lässt sich eine äußerst robuste Bauweise bei zugleich niedrigem Eigengewicht erreichen. Die Steine- und Erdenindustrie drängt zunehmend zu mehr Effizienz durch größere und leistungsstärkere Anbaugeräte. Umso wichtiger ist bei diesen Größenklassen eine enge Abstimmung mit dem Kunden über die Einsatzbedingungen und eine exakte Anpassung an das Trägergerät. Löffel und Schaufeln für schwere Einsätze sind deshalb in den meisten Fällen Sonderkonstruktionen und stellen damit individuelle Lösungen dar.

Rdlinger bietet die Instandsetzung verschlissener Anbaugerten aller Hersteller an.Foto: Foto: Rdlinger

Eine zusätzliche Verschleißfestigkeit und erhöhte Standzeiten lassen sich durch Verschleißbleche und Panzerungen optimal umsetzen. Es gibt zudem zahlreiche Möglichkeiten die Anbaugeräte vor Schäden und Verschleiß durch Steine, Sand und andere abrasive Materialien zu schützen. In enger Abstimmung mit dem Kunden und unter Berücksichtigung der Einsatzbedingungen werden notwendige und sinnvolle Verschleißvorkehrungen identifiziert und ein individuelles Konzept für den Verschleißschutz festgelegt. Zu den besonders beanspruchten Bauteilen gehören oftmals die Seitenschneiden sowie das Messer. Geschweißte Messerpanzerungen oder auswechselbare Messerpanzerungs- und Seitenschneidenschutzsysteme schützen diese Bereiche. An Außen- und Rückseite werden zudem häufig Verschleißstreifen angebracht. In bestimmten Fällen wird auch die Innenseite durch Materialaufdopplung verstärkt. Eine Kugellaufbahn oder eine Verstärkungssichel gibt dem Löffel oder der Schaufel insgesamt mehr Festigkeit. Bei hohen Ladegewichten kann auch eine Verstärkung der Aufhängung sinnvoll sein. Zum Schutz von Kante und Schweißnaht lassen sich bei Bedarf zwischen Außen- und Rückseitenblech Kantenschutzschuhe anbringen.

Ein moderner, gut ausgestatteter Maschinenpark ermöglicht eine zuverlässige und qualitativ hochwertige Realisierung verschiedenster Stahlbauprojekte sowie diverser Aufträge zur Lohnfertigung. Reparaturen oder auch Umbauten sollen zudem ohne längere Wartezeiten kurzfristig durchgeführt werden. Für eine optimale Regeneration der Anbaugeräte stimmen sich die Vertriebsmitarbeiter eng mit dem Kunden über das Einsatzgebiet des Geräts und die technischen Möglichkeiten für Verbesserungen ab.

Die Anbringung einer Schutzpanzerung am kompletten Anbaugerät schützt effektiv alle Bereiche, die dem Verschleiß verstärkt unterliegen. Diese Komplettlösung hat sich im Einsatz bestens bewährt und wird seit Jahren weiterentwickelt. Deshalb weisen auch neue Löffel und Schaufeln von Rädlinger diese Konstruktionsmerkmale auf. Neben Tief- und Hochlöffel, Grabenräumlöffel, Ladeschaufeln, Stielen und Auslegern gehören ebenso Muldenauskleidungen für Dumper und LKW sowie Sieb- und Brechanlagen zum Leistungsspektrum der Instandsetzungsmitarbeiter aus Cham. (Robert Ruthenberg)

Sehr verschleißfest: Felslöffel mit Kantenschuhen und Shrouds an Messer und Seitenschneide.

Wartung & Instandhaltung

Hart gegen Verschleiß

Hochlegierte Stähle werden heutzutage nicht nur im Automobilbau verstärkt eingesetzt. Auch bei Baumaschinen kommen Stahllegierungen gegen den Verschleiß zum Einsatz.

Foto: Foto: Rdlinger

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Welche Fitnesskuren Anbaugeräten gut tun

Die ruhige Winterzeit ist immer eine gute Gelegenheit, seinem Maschinenpark eine Verjüngungskur zu gönnen. SUSA-Autor Robert Ruthenberg hat verschiedene Anbieter gefragt, wie man dem Zahn des Verschleißes ein Schnippchen schlägt und welche Regenerierungsmethoden für Anbaugeräte die besten sind.

Der Liebherr-Bagger 946 mit Schnellwechselsystem Likufix SW66 bei der Auswahl der verschiedenen Anbaugeräte von Simex.
Foto: Robert Ruthenberg

Bagger & Radlader

Anbaugeräte: Wenn der Löffel Zähne zeigt

Ohne Löffel, Schaufel oder Reißzahn ist der beste Bagger nichts wert. Auf der Steinexpo wurden zahlreiche Anbaugeräte präsentiert. Anbaugeräte in der Marktübersicht.

Foto: Foto: HS Schoch

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HS-Schoch wird 30 Jahre alt

Vor 30 Jahren gründete Hermann Schoch seine eigene Firma. Sein Ziel war, durch fachkundige Regenerationen die Standzeit und Funktion von Löffeln und Schaufeln zu verbessern und deren Arbeitszyklen zu erhöhen. Denn lange Ausfallzeiten aufgrund von Verschleißschäden kosten viel Geld. Heute versorgt das Unternehmen mit zehn Mitarbeitern von den Standorten Lauchheim, Coswig und Achern die halbe Republik mit verschleißfesten Anbaugeräten.

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