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Foto: Kiesel GmbH
Seit Mitte vergangenen Jahres bewähren sich der Hitachi ZX530LCH-6 und der Bell B40E im Casea-Gipssteinbruch Ellrich.

Optimierte Transportkette

Zielgenaue Leistung und Abläufe  

Eine anspruchsvolle Topographie und schwierige Witterungsbedingungen kennzeichnen den Gipsabbau der Casea GmbH am Südharzer Standort Ellrich. Das Unternehmen hat nun seine Transportkette optimiert.

Seit über 150 Jahren wird in Ellrich bei Nordhausen Gips gewonnen. Heute ist der Südharzer Standort Hauptsitz der Casea GmbH, die mit drei weiteren Abbaustätten bzw. Produktionswerken die Gipsaktivitäten der Remondis-Gruppe in Deutschland bündelt. Insgesamt rund 160.000 Tonnen hochwertige Gips- und Anhydrit-Rohstoffe baut Casea in Ellrich und Umgebung pro Jahr ab. Neben zwei kleineren Abbaustätten stammt der Großteil davon aus dem unmittelbar am südlichen Ortsrand gelegenen Gips-Steinbruch Ellrich, der über ein Förderband das durch eine Kreisstraße getrennte Casea-Produktionswerk versorgt. Der aktive Abbau mit Lockerungssprengungen erfolgt derzeit auf rund 5 Hektar mit fünf jeweils rund 10 Meter hohen Sohlen, weitere 5 ha Steinbruchfläche werden fachgerecht verfüllt und renaturiert.

Optimiert auf Ganzjahresbetrieb

Entsprechend lang und anspruchsvoll sind die Wege für die eingesetzten Lade- und Transportmaschinen: Im Ganzjahresbetrieb und aufgrund der ortsnahen Lage in strikt einzuhaltenden Fünf-Tage/Achtstunden-Schichten füttern die Transportfahrzeuge direkt oder über ein Zwischenlager den 200-t/h-Vorbrecher im Bruch oder verfahren Abraum bzw. minderwertige Gesteinsschichten auf Halde. Gut 1.500 m erreichen die Umlauflängen und auch die Lademaschinen müssen im selektiven Abbau bzw. für parallele Abdeckungsmaßnahmen etwa einmal pro Woche um 600 – 700 m über teils steile Rampe versetzt werden. Neben der anspruchsvollen Topographie ist die große Witterungsanfälligkeit der Fahrwege entlang der wasserdurchlässigen Bruchwände eine weitere Herausforderung. Zusätzlich zu natürlichen Niederschlägen, die den Untergrund schnell schmierig werden lassen, kommt in Trockenphasen ein „hausgemachtes“ Problem hinzu: Um die Staubentwicklung beim Vorbrechen und im Bandtransport zu minimieren, wird das Haufwerk im Grundwassersee auf der untersten Sohle vorgewaschen. Per Bagger verladen, sorgt das nasse Ladegut dann selbst für schlüpfrige Rampen und Kehren, die letztlich nur von Allrad-Knicklenkern sicher zu bewältigen sind.

Systemlösung im Paket

Bis Mitte vergangenen Jahres setzte Casea in der Verladung bzw. der Vorbrecher-Beschickung auf eine Kombination aus 70-Tonnen-Bagger mit 4,0-m³-Tieflöffel, einer kleineren 30-t-Backup-Maschine sowie einem 5,0-m³-Radlader. Den Transport von Rohgestein und Abraum übernahmen ein 40-Tonnen-Knicklenker, zwei 6x6-Dreißigtonner sowie ein 40-Tonnen-LKW. Insbesondere der Großbagger schien langfristig nicht der hohen Belastung durch das häufige, lange Versetzen über mehrere Sohlen gewachsen zu sein, berichtet Casea-Fuhrparkleiter Thomas Uhe, zuständig für die Geräteflotten in Ellrich und im rund 50 Kilometer entfernten Casea-Werk Dorste bei Osterode. „Unsere spezifische Betriebsorganisation erfordert eine hohe Maschinenverfügbarkeit. Längere Ausfallzeiten durch außerplanmäßige Wartungs- und Reparaturarbeiten sind da nicht hinnehmbar.“ Erschwerend kommt in Ellrich hinzu, dass die Maschinen aufgrund der spezifischen Verkehrssituation nicht im Werk jenseits der öffentlichen Straße gewartet werden können, sondern alle Arbeiten im Bruch oder auf tiefergelegenen Flächen erfolgen müssen.

„Auch diese Faktoren haben wir in unserer eingehenden Bedarfsanalyse berücksichtigt, ebenso wie vom Kunden beabsichtigte Optimierung der Transportkette,“ erklärt Walter Michels, Kiesel-Anwendungsspezialist Großmaschinen, der das Projekt gemeinsam mit Ronny Breest, Kundenberater bei der zuständigen Kiesel-Ost-Niederlassung Erfurt betreute. „Die Auswertung aller Leistungsparameter zeigte, dass auch ein kleinerer Bagger die notwendige Förderleistung erreicht, insbesondere dann, wenn sich durch eine Umstellung in der Transportorganisation Ladespiele und Umläufe besser takten lassen.“ Als Ersatz für den bisherigen 70-Tonnen-Bagger lieferte Kiesel-Ost Mitte 2020 schließlich einen Hitachi ZX530LCH-6 – kurz darauf gefolgt von einem knickgelenkten Muldenkipper Bell B40E, der in der Casea-Transportflotte mit einem langfristig angemieteten 6x6-Dreißigtonner Bell B30E und dem 40-Tonnen-LKW gleich zwei Fahrzeuge ersetzte.

Auf Steinbruch gepolt

Der Hitachi ZX530LCH-6 ist der „Steinbruch-Spezialist“ in der 50-t-Klasse bei Hitachi. Gegenüber seinem Erdbau-Pendant ZX490 besitzt der 270-kW-starke Bagger ein hochrobustes, kürzeres Laufwerk mit Doppelsteg-Bodenplatten. Mit großer Bodenfreiheit für den Oberwagen, hohem Bodendruck und einer um 25 % besseren Traktion ist der ZX530 exakt auf Verladungen in unwegsamem, kluftigen Terrain und für das schnelle Versetzen bergauf ausgelegt. Mit kurzer Massenaushub-Ausrüstung (BE-Ausleger: 6,3 m; BER-Stiel: 2,50 m) und dem vom Kunden gewählten 3,2-m³-Felstieflöffel des Kiesel-Anbaugeräte-Partners LOC-matic gewährleistet der knapp 53 t schwere Bagger hohe Kräfte in Haufwerk und Abraum. Beim Beladen der eingesetzten 30- und 40-Tonnen-Dumper benötigt er mit durchschnittlich fünf bzw. sieben Zyklen jeweils ein Ladespiel mehr als sein 70-Tonnen-Vorgänger. Mit 39 t Nutzlast und dank Heckklappe 24,5 m³ Muldeninhalt verstärkt der Bell B40E die Transportflotte im Gips-Steinbruch Ellrich entscheidend. Bereits die beiden bisherigen 30-Tonnern stammten aus der aktuellen E-Serie des Kiesel-Partners Bell Equipment, wodurch sich die neue Maschine reibungslos in die Casea-Betriebsorganisation einfügte. Im B40E der aktuellen EU-V-Generation leistet der 12,8-Liter-Motor von Mercedes-Benz 380 kW und bietet dank hohem Drehmoment (max. 2.380 Nm/ 1.300 U/min) und im Zusammenspiel mit der Allison-Siebengang-Automatik sehr gute Fahrleistungen bei niedrigen Verbrauchswerten. Ein umfangreiches Serienpaket an Assistenzsystemen, die automatische Traktionskontrolle und insbesondere die über Ölbad-Lamellenbremsen und Jakobs-Motorbremse aktivierte Retarder-Automatik unterstützen den Fahrer bei Routine-Abläufen und im Fahrbetrieb unter widrigsten Bedingungen.

Rechnung geht auf

Rund ein Jahr bzw. jeweils knapp 1.500 Betriebsstunden nach Auslieferung der Neumaschinen hat sich das durch die Kiesel-Anwendungsspezialisten vorgeschlagene Lösungskonzept vollauf bewährt, wie auch Casea-Fuhrparkchef Thomas Uhe und Tagebauleiter Rüdiger Fuhrmann bestätigen: „Tatsächlich erreichen wir durch die harmonisierten Abläufe jetzt mit einer deutlich kleineren Lademaschine und weniger Transportmaschinen dieselbe Förderleistung wie zuvor, was definitiv auch an geringeren Wartezeiten der Mulden an Ladestelle oder Vorbrecher liegt.“ In der Produktion und je nach Material gut 500 bis 600 Tonnen pro Tag bewältigt der Hitachi ZX530LCH-6 problemlos und das bei gegenüber dem 70-t-Vorgänger (ø 40 – 45 l/h) deutlich niedrigeren Verbrauchswerten von 23 bis 27 l/h. Und auch der Bell B40E punktet mit dokumentierten 16 bis 17,5 l/h Durchschnittsverbrauch in Sachen Betriebskosten und Nachhaltigkeit. Grund genug für die Casea-Verantwortlichen auch weiterhin auf die Vorteile der Bell-Dumpertechnologie zu vertrauen: Im Juni dieses Jahres wurde ein Mietgerät Bell B30E durch einen „jungen Gebrauchten“ des gleichen Typs aus dem Kiesel-Angebot ersetzt.

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Foto: Kiesel GmbH
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Foto: Kiesel GmbH Der Bell B40E am 200-t/h-Vorbrecher im Casea_Gipsteinbruch, von wo aus das Produktionswerk über ein rund 900 m langes Förderbandband versorgt wird.

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