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Bestandsaufnahme über den Zustand der Autobahnbrücken
Foto: BMDV
Bestandsaufnahme über den Zustand der Autobahnbrücken

Brücken

Zukunftspaket für leistungsfähige Autobahnbrücken steht

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr hat ein „Zukunftspaket leistungsfähige Autobahnbrücken“ vorgelegt mit dem Ziel, bis 2030 ein zusammenhängendes Kernnetz von besonders wichtigen Autobahnabschnitten durchgängig mit leistungsfähigen Brücken herzurichten.

Beim ersten Brückengipfel im Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) tauschte sich Bundesverkehrsminister Volker Wissing zunächst 4 Stunden lang mit Expertinnen und Experten aus Bauwirtschaft, Verwaltung, Ländern sowie Natur- und Umweltschutzverbänden aus. Außerdem wurden bei der hybriden Veranstaltung die Ergebnisse der ersten umfassenden Brückenbilanz vorgestellt, die Wissing beauftragt hatte, um auf Basis dieser generellen Bestandsaufnahme konkrete Schritte und Maßnahmen zusammenzufassen.

„Wir wollen nach vorne schauen und zielgerichtet effektive Maßnahmen einleiten und diese zügig und bürgerfreundlich umsetzen, damit unsere Verkehrsinfrastruktur modern und zukunftssicher bleibt. Unsere Maßnahmen für leistungsfähige Autobahnbrücken zeigen einen Weg auf, wie wir dieser Zukunftsaufgabe gerecht werden können“, erläuterte der Bundesverkehrsminister.

Das Zukunftspaket

Um die Modernisierung der Brücken strategisch und in der sinnvollsten Reihenfolge anzugehen, sollen neue Prioritäten gesetzt werden. Zu den Bausteinen um die Brückenmodernisierung deutlich zu beschleunigen gehören erhöhte finanzielle Mittel, frühzeitiger Dialog mit allen Beteiligten, Beschleunigung, Digitalisierung und Vereinfachung von Planungen, Verfahren und Abstimmungen.

Für die Zustandsbewertung wird ab sofort als maßgeblich Kriterium der Traglastindex genutzt. Er bewertet die strukturellen Eigenschaften eines Tragwerks, die die Leistungsfähigkeit einer Brücke wesentlich beeinflussen. Er stellt eine Ergänzung zu den bisher zugrunde gelegten Zustandsnoten, die alleine äußere bauliche Kriterien erfassen, dar und beschreibt, wie kritisch der Zustand der Brücke ist – aber nicht nur baulich, sondern auch verkehrlich einschließlich der Frage, welche Bedeutung die Brücke für das regionale Netz hat.

Die Maßnahmen

Vordringlich angegangen wird das Netz hochbelasteter Transitstrecken. In diesem Brückenmodernisierungsnetz wurden 4.000 Brückenbauwerke ermittelt, die modernisierungsbedürftig sind. Davon sind derzeit bereits 1.300 Bauwerke in Bearbeitung. Ziel ist, bis etwa 2030 ein zusammenhängendes Kernnetz von besonders wichtigen Autobahnabschnitten durchgängig mit leistungsfähigen Brücken herzurichten – damit sie für die künftigen Anforderungen gerüstet sind. Gleichzeitig soll der Verkehr außerhalb des Brückenmodernisierungsnetzes möglichst von längeren Baustellen unbeeinträchtigt fließen können.

Die Autobahn GmbH hat sich das Ziel gesetzt, schrittweise die Zahl der fertig modernisierten Brücken von bisher 200 auf 400 Brücken pro Jahr zu erhöhen. Ziel ist es, in weniger als 10 Jahren alle rund 4.000 Brücken des Brückenmodernisierungsnetzes zu verstärken oder zu erneuern. Dafür erhält die Autobahn GmbH ausreichende Mittel, um die hierfür notwendigen Planungen umzusetzen. Von derzeit 4,5 Mrd. Euro pro Jahr ist eine schrittweise Erhöhung der Erhaltungsmittel auf 5,7 Mrd. Euro im Jahr 2026 angestrebt, wovon ab 2026 ca. 2,5 Mrd. Euro in die Modernisierung von Brücken fließen soll. Das ist eine Steigerung um 1 Mrd. Euro gegenüber heute. Für mehr Planungssicherheit soll mit der Autobahn GmbH des Bundes erstmals eine überjährige Finanzierungsvereinbarung geschlossen werden.

Die bisherigen Prüfungs- und Bewertungsverfahren werden durch neue digitale Methoden der Bauwerksdiagnostik ergänzen und bei der Bundesanstalt für Straßenwesen wird ein Kompetenzzentrum „Brückenmodernisierung“ aufgebaut.

Um die Planung zu vereinfachen, wird BIM auf allen Ebenen schrittweise eingeführt und ab 2025 als Standard angewendet. Ausschreibungs- und Vergabeverfahren sollen gestrafft und effektiver gestaltet werden. Außerdem sollen Anreize für kürzere Bauzeiten geschaffen werden – etwa durch die funktionale Ausschreibung.

Tipp: Sowohl die Brückenbilanz als auch das Zukunftspaket finden Sie unten zum Herunterladen. Für die Brückenkarte mit allen wichtigen Daten zu Brücken auf Autobahnen und Bundesstraßen klicken Sie hier.

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