Foto: Jan Potente

Bildungszentren

Ausbildung und Prüfungen für Bau-Azubis gesichert

Nach wochenlangem coronabedingtem Stillstand dürfen auch die überbetrieblichen Bildungszentren der Bauwirtschaft wieder ihre Pforten öffnen.

Inhaltsverzeichnis

Zunächst jedoch erst für die Auszubildenden des dritten Lehrjahres, die in den kommenden Monaten ihre Abschlussprüfungen machen. Nach aktueller Planung sollen in Baden-Württemberg die theoretischen Prüfungen in der letzten Juniwoche nachgeholt werden. Der praktische Teil findet Ende Juli bis Mitte August statt.

„Wir gehen davon aus, dass insbesondere die Lehrlinge aus dem zweiten Jahr noch im Laufe dieses Schuljahres ebenfalls ihre überbetriebliche Ausbildung fortsetzen können“, so Thomas Möller, Geschäftsführer der Landesvereinigung Bauwirtschaft Baden-Württemberg.

Bevor die Zentren mit ihrer Bauausbildung in den Werkhallen starten können, wurde mit Hochdruck an den notwendigen Vorbereitungen gearbeitet: Abstandsgebot, Hygienemaßnahmen, Sicherheitskonzepte – es sind unzählige Regeln zu beachten, um auch in Coronazeiten einen sicheren und reibungslosen Ausbildungsablauf zu gewährleisten.

Abstand halten

Ganz oben auf der Liste steht natürlich die Einhaltung des Mindestabstandes während der einzelnen Ausbildungsphasen. Dort, wo das im Einzelfall nicht geht, herrscht Maskenpflicht. Generell hat die Branche den Vorteil, dass viele Arbeiten auf den Baustellen im Freien stattfinden. Das verringert das Infektionsrisiko, die Ansteckungsquote auf dem Bau ist nach wie vor niedrig.

Diese Möglichkeit versucht man auch in den Bildungszentren umzusetzen. Bei Berufen wie Baugeräteführer, Straßenbauer, Kanal- oder Rohrleitungsbauer findet ohnehin seit jeher ein Teil der Ausbildung im Freigelände statt. Auch bei den Hoch- und Ausbauberufen möchte man jetzt gewisse Übungsaufgaben aus den Werkstätten nach außen verlagern.

Eine weitere wichtige Vorgabe ist künftig die Einteilung der Lehrlinge in kleine Teams von maximal drei bis vier Jugendlichen, die während ihrer Ausbildungszeit immer in der gleichen Gruppe zusammen bleiben. Die Ausbilder achten strengstens darauf, dass die Regeln eingehalten werden.

Dazu gehört auch, bei den Baumaschinen nach jedem Benutzerwechsel sämtliche Kontaktflächen wie z.B. Baggersitz, Lenkrad, Griffe, Steuerknüppel oder Armaturen zu desinfizieren. Außerdem gibt es überall in den Zentrum Seifenspender, Einmalhandtuch­systeme und Desinfektionsmöglichkeiten.

Kontaktarmer Aufenthalt

Auch zahlreiche andere Aspekte müssen im Hinblick auf die neuen Hygienebestimmungen völlig neu durchdacht werden. Denn die Bildungseinrichtungen der Bauwirtschaft verfügen in der Regel nicht nur über diverse Werkhallen, sondern auch Speisesäle, Freizeiteinrichtungen und Gästehäuser, in denen die Jugendlichen während ihrer mehrwöchigen überbetrieblichen Ausbildung übernachten können.

Daher werden zurzeit Konzepte erarbeitet, wie man all diese Angebote so gestaltet, dass die Lehrlinge auch hier in ihrem Alltag möglichst kontaktfrei bleiben. So dürfen sich die Azubis beim Mittagessen künftig zum Beispiel nicht mehr am Buffet selbst bedienen. Stattdessen wird das Essen auf einem Tablett ausgegeben. Versetzte Pausenzeiten schaffen zudem Platz in der Kantine. Im Freizeitbereich sind nur kontaktfreie Sportarten erlaubt.

Digitales Lernen reicht nicht

Neben diesen ganz praktischen Abläufen ist überdies sichergestellt, dass für den Fall der Fälle sämtliche Kontakte der Auszubildenden in den Zentren dokumentiert und gegebenenfalls nachverfolgt werden können. Außerdem zahlt sich jetzt aus, dass die Bildungszentren in den letzten Jahren stark auf digitale Medien gesetzt haben. So konnte die überbetriebliche Unterweisung in den vergangenen Wochen vielfach in Form von digitalem Unterricht über das Netz erfolgen. Dennoch ersetzen all diese Möglichkeiten nicht die praktische Bauausbildung: „Hier muss das Knowhow tatsächlich anhand von konkreten Übungen und echten Maschinen vermittelt werden, sonst fehlt eine wesentliche Basis in der praktischen Abschlussprüfung“, so Thomas Möller.

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