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Neben DB-Infrastrukturvorstand Berthold Huber (l) geben Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (2. v.r.), Susanne Henckel, Staatssekretärin im Bundesministerium für Digitales und Verkehr (2. v.l.) und Philippe Chantraine (r) als Vertreter der Europäischen Union das Startsignal für die Belt-Anbindung.
Foto: Deutsche Bahn AG / Oliver Lang
Neben DB-Infrastrukturvorstand Berthold Huber (l) geben Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (2. v.r.), Susanne Henckel, Staatssekretärin im Bundesministerium für Digitales und Verkehr (2. v.l.) und Philippe Chantraine (r) als Vertreter der Europäischen Union das Startsignal für die Belt-Anbindung.

Infrastruktur

Fehmarnbeltquerung – Startschuss auf deutscher Seite

Die Deutsche Bahn (DB) hat am 7. Dezember offiziell mit dem Bau der Schienenanbindung der „Festen Fehmarnbeltquerung“ begonnen. Bereits ab Ende 2029 sollen Züge in nur zweieinhalb Stunden von Kopenhagen durch den Fehmarnbelttunnel über Lübeck bis nach Hamburg rollen.

Die entstehende Schienenanbindung ist das entscheidende Verbindungsstück zwischen dem Belt-Tunnel, der Lolland in Dänemark mit der Insel Fehmarn verbindet und dem Festland in Schleswig-Holstein. Neben der Bedeutung für die Reisenden ist die neue Strecke auch für die Güterverkehre zwischen Nordeuropa und Italien und die notwendige Verkehrsverlagerung auf die Schiene elementar. Den offiziellen Startschuss gaben am 7. Dezember die DB-Infrastruktur-Vorstand Berthold Huber, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther sowie Staatssekretärin Susanne Henckel auf Fehmarn.

Der Bund, das Land Schleswig-Holstein, die DB und die Europäische Union investieren gemeinsam rund 3,5 Milliarden Euro in eines der wichtigsten europäischen Verkehrsprojekte. Insgesamt entstehen auf deutscher Seite 88 Kilometer Schienenweg zwischen Puttgarden (auf Fehmarn) und Lübeck neu. Den Belt-Tunnel baut die dänische Femern A/S. Die gemeinsame Inbetriebnahme ist für Ende 2029 geplant.

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Die Deutsche Bahn (DB) beginnt auf Fehmarn mit dem Bau der Schienenanbindung für die Feste Fehmarnbeltquerung.
Foto: Deutsche Bahn AG / Oliver Lang
Die Deutsche Bahn (DB) beginnt auf Fehmarn mit dem Bau der Schienenanbindung für die Feste Fehmarnbeltquerung.

Eine Vision wird Wirklichkeit

Eine feste Querung über den Fehmarnbelt ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts eine Idee, die Menschen fasziniert. Nun wird diese Idee Wirklichkeit: Der traditionelle Handelsweg über die sogenannte Vogelfluglinie wird mit einem Tunnel für Schiene und Straße zu einer festen Verbindung zwischen Dänemark und Deutschland. Der Bau dieser festen Verbindung über den Fehmarnbelt wurde im September 2008 in einem Staatsvertrag zwischen dem Königreich Dänemark und der Bundesrepublik Deutschland besiegelt: Dänemark baut den Absenktunnel durch die Ostsee und die Anbindung für Schiene und Straße auf dänischer Seite. Deutschland hat sich dazu verpflichtet, für eine leistungsfähige Straßen- und Schienenanbindung auf deutscher Seite zu sorgen.

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Visualisierung des Projekts: Nach jahrelanger Planung startet der 88 Kilometer lange Aus- und Neubau der Bahnstrecke von Puttgarden bis Lübeck als Anbindung für den dänischen Belttunnel in der Ostsee.
Foto: Deutsche Bahn AG / Rambøll
Visualisierung des Projekts: Nach jahrelanger Planung startet der 88 Kilometer lange Aus- und Neubau der Bahnstrecke von Puttgarden bis Lübeck als Anbindung für den dänischen Belttunnel in der Ostsee.

Zweigleisiger Aus- und Neubau und ein neuer Tunnel

Konkret bedeutet dies, dass die Deutsche Bahn die rund 88 Kilometer lange Bahnstrecke zwischen der Hansestadt Lübeck und Puttgarden auf der Insel Fehmarn zweigleisig neu- bzw. ausbauen und elektrifizieren wird. Davon werden 55 Kilometer als Neu- und 33 Kilometer als Ausbaubereiche realisiert. Der Verkehr zwischen der Insel Fehmarn und dem schleswig-holsteinischen Festland wird künftig durch einen neuen, modernen 2,2 Kilometer langen Absenktunnel mit zwei Gleisen für die Schiene und vier Fahrstreifen für die Straße führen. Darüber hinaus werden rund 47 Kilometer Lärmschutzwände, mehr als 80 neue Brücken und sieben neue Verkehrsstationen entlang der Strecke gebaut.

Absenktunnel – Bestandsbrücke bleibt erhalten

Der neue 2,2 Kilometer lange Absenktunnel wird als Ersatzbauwerk für die bestehende Fehmarnsundbrücke zwischen der Insel Fehmarn und dem ostholsteinischen Festland gebaut. Er wird vier Fahrstreifen für die Straße sowie zwei Gleise für die Eisenbahn aufnehmen. Zusammen mit dem Erhalt der Fehmarnsundbrücke wird er den verkehrlichen Erfordernissen im Hinblick auf Leichtigkeit und Sicherheit des Verkehrs Rechnung tragen und entspricht zudem dem Wunsch der Region, wie er im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung vom „Dialogforum Feste Fehmarnbeltquerung“ durch Vertreter von Kommunen und Initiativen formuliert wurde. Das Dialogforum hatte sich für eine menschen- und umweltgerechte, den landschaftsprägenden Charakter der alten Fehmarnsundbrücke erhaltende Gesamtlösung ausgesprochen.

Im Jahr 2010 durchgeführte Belastungstests an der 1963 in Betrieb genommenen Brücke haben gezeigt, dass die Fehmarnsundbrücke den künftigen Belastungen des Verkehrs von Straße und Schiene nicht mehr gewachsen ist. Deshalb wurden nachgelagert zum Projektauftrag von 2008 für den Ausbau der Schienenanbindung ab dem Jahr 2014 in einem aufwändigen Verfahren zahlreiche Varianten (Bohr- und Absenktunnel sowie kombinierte und getrennte Brücken) untersucht.

Die aus dem Variantenvergleich ermittelte Vorzugsvariante „Kombinierter Absenktunnel“ für den zukünftigen Straßen- und Eisenbahnverkehr haben das Land Schleswig-Holstein und die DB Netz AG in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Wirtschaft, Verkehr und digitale Infrastruktur und dem Eisenbahn-Bundesamt im Jahr 2020 bestätigt.

Die Bestandsbrücke bleibt erhalten und wird nach Fertigstellung des Fehmarnsundtunnels für den langsamen Verkehr ertüchtigt. Auf ihr wird dann kein Zug mehr verkehren. Der kombinierte Absenktunnel für Schiene und Straße wird gemeinsam von den Vorhabenträgerinnen DB und DEGES geplant und realisiert. Die Ertüchtigung der Fehmarnsundbrücke für die langsamen Verkehre, Fußgänger und Radfahrende wird durch die DEGES als eigenständiges Projekt realisiert

Die Chancen und Ziele des Projekts

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Streckenverlauf und Projektdaten
Foto: Deutsche Bahn AG
Streckenverlauf und Projektdaten

Das grenzübergreifende Jahrhundertprojekt stärkt das europäische Schienennetz und ist ein wichtiger Lückenschluss im transeuropäischen Verkehrsnetz, das von Finnland bis nach Sizilien reicht. Die neue Infrastruktur bringt aber auch viele Vorteile für die Fehmarnbeltregionen Ostholstein und Lolland-Falster und verkürzt die Reisezeit im Nah- und Fernverkehr.

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