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Beispiel einer Definition von Abschnittsfolgen einer kommunalen Straße mit mehreren Abzweigungen
Foto: BASt
Beispiel einer Definition von Abschnittsfolgen einer kommunalen Straße mit mehreren Abzweigungen

Inhaltsverzeichnis

Straßenerhaltung

Generelle Methodik bei der Erhaltung kommunaler Straßen

Ein Forschungsvorhaben der BASt untersuchte, wie bei der Zustandserfassung und Bewertung bei kommunalen Straßen zustandshomogen Abschnitte gebildet werden können.

Ziel des Forschungsprojektes war, ein praxisorientiertes, automatisch arbeitendes Verfahren zur Bildung zustandshomogener Abschnitte zu entwickeln (Segmentierungsverfahren) und damit ein Werkzeug zu schaffen, mit dessen Hilfe objektive Entscheidungen über die durchzuführenden Erhaltungsmaßnahmen unterstützt werden können.

Da die Segmentierung jedoch ausschließlich auf den Zustandsdaten beruht, müssen bei der Aufstellung eines Bauprogramms regelmäßig von der jeweiligen Kommune noch eine Reihe weiterer praktischer Aspekte berücksichtigt werden, die zumeist Ortskenntnis erfordern. Insoweit ist das Resultat aus vorliegendem Verfahren als ein hilfreicher Baustein und objektiver erster Vorschlag für ein Bauprogramm zu betrachten.

Vorgehensweise

In einem ersten Schritt wurden aus der Literatur bekannte Segmentierungsverfahren analysiert und drauf aufbauend ein eigenes Segmentierungsverfahren entwickelt und erprobt, welches insbesondere eine grundlegend neue Herangehensweise an die Gesamtsegmentierung mehrerer Folgen von Zustandsmerkmalen beinhaltet. Die Verfahrensentwicklung und -verifikation wurde anhand der Netz- und Zustandsdaten von 4 Bespielkommunen durchgeführt.

Aus den aufbereiteten Daten wurden PostgreSQL-Projektdatenbanken aufgebaut. Der Algorithmus zur Bildung zustandshomogener Abschnitte wurde in PostgreSQL entwickelt. Künftige Nutzer können das SQL-Script durch verschiedene Eingabeparameter, wie zum Beispiel die Auswahl des Netzbereiches und die Mindestsegmentlänge, steuern.

Das Verfahren segmentiert Abschnittsfolgen des Netzes fahrstreifenbezogen nach mehreren Zustandsmerkmalen, die auf Auswerteabschnitten fester Länge vorliegen. Die Abschnittsfolge wird dabei in Segmente eingeteilt, die möglichst zustands- homogen sind. Es wurde so konzipiert, dass die zu segmentierenden Zustandsmerkmale aus der Menge der verfügbaren Zustandswerte und Teilwerte frei wählbar sind. Jedem Segment werden als charakteristische Kennzahlen die Mittelwerte (oder andere Lageparameter wie der Median) der beteiligten Zustandswerte und eine Zustandsklasse zugeordnet. Darauf aufbauend kann jedem Segment eine Mängelklasse und eine geeignete Erhaltungsmaßnahme zugewiesen und damit Erhaltungsabschnitte abgeleitet werden.

Eignung des Verfahrens

Die netzweit berechnete Segmentierung wurde durch 2 der beteiligten Beispielkommunen einer stichprobenhaften Prüfung unterzogen. Es zeigte sich, dass das Verfahren grundsätzlich korrekte und verwertbare Resultate liefert, die bei der Aufstellung eines Bauprogramms unterstützend eingesetzt werden können.

Weitere Testrechnungen haben gezeigt, dass sich das Verfahren grundsätzlich auch für Straßen desüberörtlichen Netzes eignet, da die Auswerteabschnittslänge (10, 20 und 100 m) hier einen skalier-baren Faktor darstellt.

Erweiterungen des Verfahrens bzgl. der Anzahl zu segmentierender Zustandsmerkmale sind möglich und für einen generellen Praxiseinsatz vermutlich auch notwendig. Diese Option sollte durch weitere umfängliche Beispielrechnungen und Vergleiche mit den Ergebnissen etablierter Verfahren verifiziert werden. (MAI/RED)

Tipp: Der BASt-Bericht mit 184 Seiten steht kostenfrei im elektronischen BASt-Archiv ELBA zur Verfügung.

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