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Foto: Foto: Robert Ruthenberg
Unimogs mit den unterschiedlichsten Anbaugerten stehen zum Einsatz bereit.

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Happy birthday Unimog

70 Jahre jung wird der Unimog dieser Tage. Aus der rohstoffverarbeitenden Industrie ist das Uni-versal Mo-tor G-erät, wie der volle Name des Nutzfahrzeugs lautet, nicht mehr wegzudenken.

Ob im Untertagebau oder in Sand- und Kiesgruben sowie im Steinbruch, überall dort, wo es extrem unwegsame Wege und Straßen gibt, kommt man oft nur mit dem Unimog weiter. Bereits 1944 als Traktor mit Ladefläche und extremer Bodenfreiheit vom Daimler-Ingenieur Albert Friedrich geplant und in 1945 von Chefkonstrukteur Heinrich Rößler konstruiert, absolvierte der erste Unimog bereits am 9. Oktober 1946 seine Jungfern-/ Testfahrt, damals noch ″Prüffahrt″ genannt. Heinrich Rößler persönlich saß am Steuer und testete ausgiebig den Prototyp, damals noch ohne Fahrerhaus ausgestattet, jedoch voll beladen mit Holzstämmen, auf unwegsamen Waldwegen bei Schwäbisch Gmünd.

Der Unimog sollte seinem damaligen Konkurrenten Traktor in vielen Punkten übertreffen und die Realisierung des Pflichtenheftes machte ihn schlussendlich so beliebt. Er war von Anfang an mit einer Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h doppelt so schnell wie damalige Trecker. Er verfügte über gefederte und gedämpfte Achsen, Allradantrieb sowie Differentialsperren vorn und hinten, Bremsen an Vorder- und Hinterachsen (bei damaligen Traktoren nur an der Hinterachse vorhanden), einem zweisitzigen Fahrerhaus mit geschlossenem Verdeck und gepolsterten Sitzen, eine Hilfsladefläche über der Hinterachse mit einer Tonne Tragfähigkeit, Zapfwellenantriebe vorn, mitte sowie hinten und vielen Vorteilen mehr.

Heute ist ein Unimog im wahrsten Sinne des Wortes eine eierlegende Wollmilchsau. Mit einem Unimog kann man nahezu alles machen. Ob Wege oder Straßen kehren oder von Schnee mittels Schneeschild oder Schneefräse räumen, Salz und Sole aufbringen, Laub saugen und Gras mähen, Bäume und Äste – selbst in luftigen Höhen – abschneiden, die Reste häckseln bis hin zum Zweiwegefahrzeug für Schiene und Straße, der Unimog ist sehr vielseitig einsetzbar. Der Hersteller spricht von über 1.000 verschiedenen Anwendungen. Wer trotzdem eine ganz besondere Ausführung braucht, der findet am Markt einige Firmen, welche den Unimog noch weiter ausbauen können, falls es die Spezialabteilung ″Custom Tailored Trucks″ (CTT) von Mercedes-Benz in Molsheim/Frankreich nicht tut. So kann er auch als Manschaftstransportwagen fürs raue Gelände im Lausitzer Tagebau mit oder ohne große Ladefläche geliefert werden, als Tanklöschfahrzeug mit Staffelkabine für die Freiflächenbrandbekämpfung in Wald und Flur sowie in vielen Varianten mehr.

Vor gut 2 Jahren wurde die neue Unimog-Baureihe präsentiert – siehe auch: SUSA Heft 04/2014. Sie sind mit den neuen Motoren OM 934 (4-Zylinder-Reihenmotor mit 5,1 Liter Hubraum) und OM 936 (6-Zylinder-Reihe, 7,7-Liter) der aktuell niedrigsten Abgasnorm Euro VI bestückt. Die neuen Unimogs gibt es in drei Baugrößen mit Leistungen von 115 kW bis 220 kW (156 bis 299 PS).

Die Motoren sind nicht nur extrem abgasarm, sie verbrauchen zudem weniger Kraftstoff und zwar bis zu 5 Prozent. Sehr viel Wert wurde auf einer verbesserten Bedienbarkeit sowie mehr Komfort gelegt. So lassen sich bis zu drei Videokameras anbauen, die dem Fahrer eine präzisere Arbeit sowie eine gute Überwachung der angeschlossenen Arbeitsgeräte erlaubt. Es gibt den Unimog, wie gewohnt, als Linkslenker, jedoch lässt sich die Lenksäule mit allen Bedienhebeln bei Bedarf auch nach rechts schieben. Mäht man beispielsweise das Bankett neben einer Straße, hat man so eine viel bessere Sicht.

Über 340.000 Unimogs konnte Mercedes-Benz seit Beginn der Produktion im Jahr 1946 weltweit verkaufen. Die aktuellen, kompakten Unimogs U216 und U218 mit 115 sowie 130 kW (156/177 PS) verfügen über einen kurzen Radabstand von nur 2,8 Meter. Sie können Lasten bis zum maximal zulässigen Gesamtgewicht von 10 Tonnen befördern. Die kompakten U318 und U530 verfügen über eine Motorleistung von 130 bis 220 kW (177 bis 299 PS). Es gibt sie mit verschiedenen Radständen von 3 bis 3,9 Meter. Das maximal zulässige Gesamtgewicht darf 16,5 Tonnen betragen. Die beiden Topmodelle U4023 und U5023 eignen sich selbst für das schwerste Gelände. Ihr Radabstand beträgt 3,85 Meter und das maximal zulässige Gesamtgewicht liegt bei14,5 Tonnen. Die Gesamtleistung der neuen, mehrfachen Arbeitshydraulik wurde um 30 Prozent auf maximal 280 bar sowie maximal 125 Liter je Minute erhöht. Sie arbeitet nunmehr vollproportional, so dass sich die Anbaugeräte noch feinfühliger steuern lassen. Die aktuelle (gesetzlich vorgeschriebene und daher abgeregelte) Höchstgeschwindigkeit liegt bei 89 km/h. Der Böschungswinkel (je nach Modell) beträgt bis zu 44 Grad. Der Autor ist sich sicher, dass wir auch den 140sten Geburtstag des Unimogs noch feiern werden; denn: Was wäre die Welt ohne Unimogs?

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