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Unternehmen

Zeppelin Konzern erzielt 2023 zweitbestes Firmenergebnis

Beim Verkauf von Baumaschinen konnte der Caterpillar-Händler sogar sein bisher bestes Ergebnis in Zentraleuropa erzielen. Auch das Vermietungsgeschäft wächst weiter.

Eine zufriedene Zeppelin Konzerngeschäftsführung (v.l.n.r.): Peter Gerstmann, Alexandra Mebus, Christian Dummler und Fred Cordes
Eine zufriedene Zeppelin Konzerngeschäftsführung (v.l.n.r.): Peter Gerstmann, Alexandra Mebus, Christian Dummler und Fred Cordes
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„Wir blicken auf ein hervorragendes Jahr 2023 zurück“, konstatierte Peter Gerstmann, Vorsitzender der Geschäftsführung des Zeppelin Konzerns, gleich zu Beginn der Bilanzpressekonferenz am 28. März 2023 die wirtschaftliche Entwicklung.

Mit seinen 6 Geschäftsbereichen konnte der Zeppelin Konzern das Geschäftsjahr 2023 mit einem Umsatz von 3,9 Mrd. Euro (2022: 3,8 Mrd. Euro), einem Ebitda von 482 Mio. Euro (Vorjahr: 437 Mio. Euro) sowie einem Ergebnis vor Steuern von 154 Mio. Euro (Vorjahr: 135 Mio. Euro) erfolgreich abschließen. Somit stieg der Umsatz das vierte Jahr in Folge.

Die positiven Ergebnisse fußen vor allem auf der Abarbeitung des Auftragsbestandes, der durch Lieferkettenprobleme im Jahr zuvor gekennzeichnet war und höheren Preisen bei den Caterpillar-Maschinen. Und dies trotz des kompletten Rückzuges aus Russland – das hiesige Geschäft trug in den Jahren zuvor mit 500 Mio. Euro zum Umsatz bei.

Geschmälert wird das Ergebnis vor allem durch die umfangreichen Investitionen, um in den nordeuropäischen Ländern das Händler- und Vermietungsgeschäft auszubauen.

Positive Ergebnisse bei den Baumaschinen

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Beim reinen Verkauf von Baumaschinen konnte der Umsatz auf 100 Mio. Euro gesteigert werden. In den Gebieten Zentraleuropa konnte der Umsatz gesteigert werden (um 12 % auf 1,7 Mrd. Euro), ebenso wie in den skandinavischen Gebieten (um 5 % auf 306 Mio. Euro). Erwartbare Abstriche waren in der Region Eurasia (- 41 % bei 309 Mio. Euro) zu verzeichnen. In der Ukraine führte Zeppelin die Geschäftsaktivitäten trotz der widrigen Umstände fort. In Usbekistan und Armenien entwickelte sich der Markt für Bau- und Bergbaumaschinen weiterhin positiv.

Das Ergebnis in Zentraleuropa mit 91 Mio. Euro ist zudem das bisher höchste. Die beiden anderen Regionen trugen 8,1 Mio. Euro zum Ergebnis bei. Zusammengenommen bleibt das Geschäft mit den Baumaschinen mit Abstand das stärkste des Zeppelin Konzerns (Umsatzanteil von stabilen 46 %).

Die Geschäfte bei der Vermietung verzeichneten mit einem Umsatzplus von 13 % deutliche Steigerungen. Dieses Segment ist neben den Powersystems das einzige, dass 2023 auch bei den Auftragseingängen eine positive Entwicklung nahm (+ 7 %). Selbst in Deutschland stieg hier der Umsatz um 13 %. Der höchste Auftragswert (19 Mio. Euro) wurde die Absicherung der Großbaustelle auf der A 81 bei Böblingen erzielt. Zum dritten Mal in Folge konnten die Umsätze der reinen Vermietplattform klickrent verdoppelt werden. Hier wurde ein Umsatz von 22. Mio. Euro generiert. Somit entfallen mittlerweile 19 % des Gesamtumsatzes auf die Vermietung, im Jahr zuvor waren es 17 %.

Mitte des Jahres reagierte Zeppelin mit einer Neustrukturierung auf die Marktgegebenheiten und Kundenerwartungen. Die bisherigen Einheiten Baumaschinen Zentraleuropa, Nordics und Eurasia wurden in die SGE Baumaschinen Deutschland/Österreich und die SGE Baumaschinen International konsolidiert.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2024

Das aktuelle Jahr, das 70. Jahr der Partnerschaft mit Caterpillar, sieht der Konzern als echte Herausforderung für die Märkte und Produkte, denen man sich aber aufgrund der Erfahrungen in den vergangenen Jahren gut gewappnet sieht. Der größte Caterpillar-Händler der Welt ist und bleibt dessen Pilotpartner bei Elektrifizierung und Digitalisierung.

Trotz eines extrem schwierigen Umfeldes durch geopolitische Krisen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die sich investitionshemmend auswirken, sieht der Konzern in allen Geschäftsbereichen langfristige Wachstumschancen. Der Auftragsbestand wird sich auf einem normalen Niveau einpendeln.

Weiterhin Wachstumspotenzial sieht der Konzern in der Vermietung sowie in den kleineren Geschäftsbereichen Power Systems und Anlagenbau.

In Deutschland werden nach Ansicht von Peter Gerstmann die „Riesenprobleme bei den Rahmenbedingungen“ weiter bremsen. Er forderte klare und verlässliche Aussagen, die Absenkung von Vorschriften und die Schaffung eines positiven und langfristig kalkulierbaren Investitionsumfeldes. „Der vorgetragene Wille zur Erneuerung der Infrastruktur für Energie, Digitalisierung und Verkehrswege muss auch gelebt werden. Wir sehen nur Bremsspuren oder deren weiteren Verfall“, so sein Vorwurf an die deutsche Politik. Die Hemmnisse bei Wohnungs-, Straßen- und Tiefbau wirken sich zudem auch auf die Gewinnungsindustrie auf, so dass auch hier Investitionen ausgebremst werden.

„Wir erwarten einen erheblichen Rückgang, auch wenn wir von einem hohem Niveau kommen“, so Gerstmann abschließend.

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