Direkt zum Inhalt
Aufbereitung

Erweiterung der Vorhalde für Kies

Für die Rheinische Baustoffwerke GmbH realisiert Moerschen-Anlagenbau am Standort Garzweiler eine anspruchsvolle Fördertechnik.

Die moderne Aufhaldung mit leistungsstarkem Tunnelabzug ermöglicht eine enorme Pufferkapazität über die eine kontinuierliche Versorgung der Kieswäsche gesichert wird
Die moderne Aufhaldung mit leistungsstarkem Tunnelabzug ermöglicht eine enorme Pufferkapazität über die eine kontinuierliche Versorgung der Kieswäsche gesichert wird
Inhaltsverzeichnis

Die Rheinische Baustoffwerke GmbH (RBS) zählt zu den größten Sand- und Kiesproduzenten im linksrheinischen Raum westlich von Köln. Mit Schwerpunkt im Rheinischen Braunkohlerevier betreibt die Unternehmensgruppe unter anderem 8 Standorte mit eigener Kiesgewinnung. Um die Kiesaufbereitung effektiv zu ertüchtigen, installierte Moerschen am Standort Garzweiler die Erweiterung einer Vorhalde mit Abzugstunnel und integrierte sie in die bestehende Anlage.

Als Kieswerkskomplettanbieter hat Moerschen neben der Konstruktion und Montage auch die elektronischen Komponenten aus einer Hand geliefert. "Unser Anspruch war es bei diesem Projekt, die komplette Maßnahme im Sinne des Kunden von der Konstruktion bis hin zur abschließenden Inbetriebnahme kompetent zu begleiten und dafür die Verantwortung zu übernehmen", erklärt Johann Moerschen.

Höhere Leistung erwünscht

Die Kieswäsche Garzweiler sticht dabei mit ganz besonderen Merkmalen hervor – etwa was die heute so wichtige Nachhaltigkeit betrifft: Hier wird Material verarbeitet, das unmittelbar aus der Braunkohlengewinnung des benachbarten Tagebaus gewonnen wird. Denn nicht nur hochwertige Braunkohle wird in den Tagebauten gewonnen, als Überdeckungen stehen zu großen Teilen hochwertige Rohkiese an.

Bislang hatte die Kieswäsche Garzweiler eine Kapazität von etwa 400 t/h. Steigender Bedarf für Industrie und Gewerbe machten jetzt eine Erweiterung wünschenswert – und die sollte stattlich ausfallen: Nicht weniger als 700 t/h waren die Zielvorgabe, mit der Moerschen Anlagenbau die Kieswäsche aufrüsten sollte. Das Ziel ist vollumfänglich erreicht – die technische Umsetzung ist bemerkenswert.

Anzeige

Neue Anlagenkonzeption

Wichtig war dem Betreiber insbesondere die konstante Zuführung von Material zur Aufbereitungsanlage. Zu diesem Zweck entkoppelte Moerschen die Vorabsiebung von der eigentlichen Aufbereitung und installierte dazwischen eine effiziente Rohkieshalde. Mit einem Volumen von bis zu 27.000 t wirkt sie unter anderem als Puffer, so dass eine verlässliche Zuführung von den gewünschten 700 t/h in die Kieswäsche stets sichergestellt werden kann. In Voraussicht auf zukünftige reibungslose Betriebsabläufe steht das System auch dafür, teilweise Betriebsunterbrechungen effektiv zu überbrücken. Bei Ausfall der Kieswäsche kann die Vorsiebung weiter arbeiten – und umgekehrt.

Die Anlage wurde so konzipiert, dass aus dem aufgehaldeten Material über einen Abzugstunnel präzise angesteuert jede gewünschte Menge bis zur projektierten Maximalkapazität abgezogen werden kann. Dafür wurde unter der Rohkieshalde Tunnel von 3 m Durchmesser mit 3 Dosierkombinationen als Abzugsorganen verbaut, die jeweils auf eine Kapazität von 700 t/h ausgelegt sind.

Abgestimmte Förderbänder

Die Dosierbänder fördern auf ein entsprechend dimensioniertes Sammelband. Danach ist der Weg frei in die bereits vorhandene Kieswäsche der RBS. Die Anlage weist aber noch einige Spezialitäten auf, wie Projektleiter Johann Moerschen weiß: „Hinter dem Austragsband der bestehenden vorgeschalteten Vorabsiebung haben wir in Absprache mit dem Kunden ein Reversierband konstruiert. Das hat den Zweck, bei Bedarf die Rohkieshalde umfahren zu können und unmittelbar in die Aufbereitung zu fördern.“

Im Zentrum der Anlage stehen natürlich die Förderanlagen. Sie sind in einer Breite von 1.000 mm ausgelegt, das Hauptband zur unmittelbaren Aufhaldung verläuft mit einer Steigung von 16° und weist einen Achsabstand von 78 m auf. Für die Umsetzung des Baus der Förderbänder arbeitete Moerschen bei dem Projekt mit der Schmidt Transportanlagen GmbH zusammen, die seit Ende 2022 als eigenständiges Tochterunternehmen in die Moerschen-Gruppe integriert ist. (Bodo Wistinghausen)

Passend zu diesem Artikel