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Ideen gegen stinkende Gullys

Im Sommer stinkt es aus dem Gully und bei heftigen Gewittern laufen Keller voll: Das Berliner Abwassernetz ist trotz teurer Sanierungen nicht perfekt für die Zukunft gerüstet. Wissenschaftler wollen nun ausloten, was noch geht.

Wenn es in Berlin kräftig regnet können an vielen Stellen die Wassermassen unterirdisch nicht abfließen - und laufen in die Keller. Echte Lösungen für die Zukunft sollen Wissenschaftler der Technischen Universität Berlin (TU) finden. Drei Jahre lang nehmen sie das 140 Jahre alte Abwassersystem der Hauptstadt unter die Lupe. Ihre Ergebnisse könnten auch ein Modell für andere Städte werden.

Berlins Problem sind nicht nur 10 000 Kilometer Kanalnetz, zumeist aus dem 19. Jahrhundert. Es geht auch um die Folgen des Klimawandels, der trockenere Sommer und nassere Winter bringen kann. Und es geht um Wasserpreise, die viele Haushalte zum Wassersparen animieren. Was sinnvoll für die Umwelt ist, macht dem Berliner Kanalnetz zu schaffen. Wird es nicht genug gespült, fängt die Brühe im Sommer heftig an zu stinken. Gleichzeitig führt starker Regen dazu, dass die Kanalisation zu voll läuft - und das Schmutzwasser samt Fäkalien in Spree oder Landwehrkanal überschwappt. Die Folge sind nicht nur tote Fische. Baden sollte man in solchen Gewässern auch besser nicht.

Die Probleme sind lange bekannt, und die Wasserbetriebe haben viel investiert. Allein 20 Millionen Euro fließen bis 2020 in den Bau von mehr Stauraum fürs Schmutzwasser - insgesamt 300.000 Kubikmeter. Was aber noch fehlt, sind die Stellschrauben für die Zukunft: Ein intelligent geplantes Verbundsystem, das mehr als Flickwerk ist.

Um die Voraussetzungen für die Planung zu schaffen, gibt es nun 4,5 Millionen Euro Forschungsgelder für Berlins Unterwelt, den Löwenanteil vom Bundesforschungsministerium. TU-Wissenschaftler wollen analysieren, was sich verbessern lässt - und das nicht nur unter der Erde. Das Problem fängt beim Regen an. Und deshalb wird es auch darum gehen, den Nutzen von Gründächern wirtschaftlich zu betrachten: Welche Regenmengen können hier langsamer versickern? Hat es Sinn, da oben auch noch Gemüse anzubauen? Kann man Regenwasser bei Neubauten kostenneutral zur Kühlung verwenden - statt in stromfressende Klimaanlagen zu investieren? Können öffentliche Gebäude mit dieser Technologie vorangehen und private Bauherrn inspirieren - samt Ködern wie geringeren Abwasserabgaben?

Noch sind vieles reine Ideen - die Umsetzung aber ist nicht unmöglich. „Mit technischen Neuerungen könnte man bei starkem Regen in Zehlendorf zur Entlastung Wasser nach Wilmersdorf pumpen“, berichtete Paul Uwe Thamsen, TU-Experte für Fluidsystemdynamik. Die Frage sei, ob das auch wirtschaftlich ist. Ob es also Folgenkosten, die heute durch den Überlauf des Abwassersystems entstehen, mehr als kompensiert. Das gleiche gilt für Hochsilos, in die Wassermassen gepumpt werden könnten. Und die beim Rücklauf durch Wasserkraft Energie produzieren - und damit Geld bringen können.

Bei allen Gedankenspielen bis hin zu einem künstlichen See, wie er heute schon am Potsdamer Platz existiert, wird der Rechenstift die Maßgabe sein. Denn auch die Wasserbetriebe wissen, dass sie stabile Preise halten müssen - oder bei Mehrkosten für die Berliner auch mehr bieten müssen. „Mehr Leistung könnte eine Spree zum Baden sein“, sagte Forschungsleiterin Gnirss.

RÜB-Überlauf.

Sanierungsrate muss erhöht werden

DWA-Umfrage: Zustand der Kanalisation in Deutschland

Leichte Besserung in Sicht, doch müssen die Sanierungsanstrengungen erhöht werden. Dies ist das Fazit der aktuellen DWA-Umfrage zum Zustand der Kanalisation in Deutschland.

Demonstration der Sedimentationsanlage.
Foto: Volker Müller

D-Raintank 3000, KS-Bluebox und Sedimentationsanlage mit Bypass

Funke Kunststoffe ist Problemlöser für den Tiefbauer

Mitte Oktober hatte die Funke Kunststoffe GmbH, Hamm-Uentrop, die Fachpresse zum traditionellen Pressetreff eingeladen. Erneut wurden spezielle Lösungen rund um den Tiefbau präsentiert.

Die Köderstation Typ 1 (l.) wird fest auf der Berme im Schacht verankert. Typ 2 verfügt über ein höheres Eigengewicht und wird mit einem Befestigungsanker in den Schmutzfänger eingehängt.
Foto: Funke Kunststoffe GmbH

Innovative Köderstation von Funke

Den (Kanal-)Ratten professionell und rechtssicher zu Leibe rücken

Mit einer innovativen Köderstation bringt die Funke Kunststoffe GmbH ein professionelles und im Einsatz rechtssicheres Produkt auf den Markt, mit dem sich Schadnager in der Kanalisation wirkungsvoll bekämpfen lassen. Die Köderstation ist so konstruiert, dass Giftstoffe selbst bei Rückstausituationen und steigendem Wasserstand nicht ausgewaschen werden können. Hinzu kommt: Weder für die Montage noch für das Nachfüllen der Köderstation muss man in den Schacht einsteigen.

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Starkes Bündnis für Erhalt des Kanalnetzes

In Deutschland hat sich Anfang des Jahres eine neue starke Initiative gegründet, die sich für die Sanierung des Kanalnetzes und ein verantwortungsvolles Wassermanagement einsetzt. Hervorgegangen ist das Bündnis aus Mitgliedsunternehmen der Tiefbauinitiative des Gesprächskreises Baustoffindustrie im Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) e. V. Auf der Ifat in München erläuterten die Sprecher des Bündnisses ihre Ziele.

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