Wolfgang Vogl.
Foto: Rototilt

Interview mit Wolfgang Vogl, Geschäftsführer der Rototilt GmbH, Regensburg.

Rototilt: Mit Konstanz und Qualität zur Nr. 1

Im Umfeld der Nordbau sprachen wir mit Wolfgang Vogl über die Produkte und Strategie von Rototilt. Dabei machte er deutlich, dass die langjährige Konstanz der Ansprechpartner im Vertrieb sowie die Qualitätsführerschaft bei den Produkten die beiden Standbeine des Erfolgs sind.

Herr Vogl, warum haben Sie auf der Nordbau ausgestellt?

Vogl: Für uns ist die Nordbau die Leitmesse im Norden. Wir treffen dort viele Unternehmer, die nicht die weite Reise zur bauma nach München oder zur Gala-Bau nach Nürnberg antreten. Hinzu kommt der besondere Charakter dieser Messe. Aufgrund der Überschaubarkeit haben unsere Kunden in der Regel dort genügend Zeit, sich über unsere Produkte zu informieren.

Seit wann sind Sie Aussteller auf der Nordbau?

Vogl: Wenn wir die Zeit mitrechnen, in der wir noch als indirekter Aussteller dabei waren, 13 Jahre.

Welche Highlights bieten Sie den Fachbesuchern?

Vogl: Wir zeigen jedes zweite Jahr eine Maschinendemo, die bei den Besuchern sehr gut ankommt. Produkttechnisch, das muss man fairerweise sagen, hat sich seit der bauma nichts getan. Aber, die Möglichkeit, mit uns direkt das Gespräch zu suchen, wird von vielen Besuchern geschätzt. Das geht in der Regel auch nur auf einer Messe, da unsere Produkte über den Baumaschinenhandel vertrieben werden.

Wir nutzen diese Gelegenheiten gern und intensiv, weil wir nur hier den Kunden direkt beraten können.

Wie viele Händler haben Sie in Deutschland?

Vogl: Letztlich umfasst das Händlernetz die Anzahl der Unternehmen, die Baumaschinen verkaufen, weil wir mit jedem Fachhändler für Baumaschinen und mit Herstellern zusammenarbeiten. Das ist zwingend erforderlich, denn die Anbaugeräte und Trägermaschinen müssen optimal zueinander passen und aufeinander abgestimmt sein.

Rototilt ist Marktführer in Deutschland bei den Tiltrotatoren. Warum?

Vogl: Ich bin davon überzeugt, dass das im Wesentlichen an der Konstanz in unserem Vertriebsnetz liegt. Wir sind seit 2001 auf dem deutschen Markt. Seither hat es in diesem Bereich keinen personellen Wechsel gegeben, die Personalaufstockungen mal ausgenommen.

Heute sind wir mit mir fünf Vertriebsmitarbeiter. Das hat den charmanten Vorteil, dass unsere Kunden noch immer den gleichen Ansprechpartner haben, selbst wenn sie einen Rototilt bereits vor zehn oder zwölf Jahren gekauft haben.

Ich unterstelle einmal, dass die Qualität der Produkte ebenso zum Erfolg beigetragen hat …

Vogl (lacht): Selbstverständlich, das ist die Basis. Wir definieren uns als Qualitätsführer in diesem Umfeld. Und wir wissen, dass nach dieser doch recht langen Zeit im Markt unsere Produkte ihre Premiumqualität bewiesen haben.

Müssen die Baggerfahrer im Straßen- und Tiefbau speziell geschult werden, um die Tilts optimal nutzen zu können?

Vogl: Es wäre absolut wünschenswert, doch ist es schwierig, spezielle Schulung durchzuführen. Grundsätzlich braucht der Baggerführer eine gewisse Einarbeitungsphase, die – je nach Erfahrung und Talent – bei ein bis drei Wochen liegt. Danach kann er das für ihn neue 3D-Bewegungsbild sicher umsetzen.

Der Baggerfahrer muss also die Grundvoraussetzungen mitbringen, der Rest ist Learning by Doing?

Vogl: Genau, ein Fahrer, der die Bewegungsabläufe seiner Maschine nahezu blind bedient, beherrscht nach kurzer Trainingszeit die zusätzlichen Möglichkeiten, die unsere Geräte bieten.

Können die Geräte von Assistenzsystemen angesteuert werden?

Vogl: Ja, wir haben dazu diverse Projekte laufen. Besonders relevant sind in diesem Zusammenhang 3D-Systeme, die u.a. die Schwenkzylinder automatisch nachführen.

Leisten Sie damit einen Beitrag zum Thema Fachkräftemangel?

Vogl: Selbstverständlich. Die Zielsetzung eines Schwenkrotators ist grundsätzlich, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Beim Einsatz eines Schwenkrotators soll ja gerade die Handarbeit und damit die Belastung des Mitarbeiters deutlich reduziert werden. Konkret bedeutet das, Sie benötigen keine zwei Leute mehr, die die Nacharbeiten an der Baggerschaufel verrichten, sondern nur noch einen.

In diesem Zusammenhang komme ich noch einmal auf die Assistenzsysteme zurück. Sie unterstützen zukünftig immer mehr den Baggerfahrer, was insbesondere denen hilft, die noch nicht über ausreichende Routine verfügen. Erfahrene Bediener können dank dieser Unterstützung noch effizienter arbeiten.

Wo liegen die Haupteinsatzgebiete der Schwenkrotatoren?

Vogl: Vor allem im Erdbau, Kanalbau, Straßenbau und auf der Schiene zeigen die Geräte, was in ihnen steckt.

Wie hoch ist insgesamt der Prozentsatz der Bagger, die mit diesen Systemen ausgestattet sind?

Vogl: Da gibt es leider nur Schätzungen. Für den deutschsprachigen Raum geht man allgemein von maximal 2% aus.

Was muss der Käufer investieren, um diese Technik zu nutzen?

Vogl: Bei den kleinen Geräten geht es bei 6.000 Euro los, und nach oben bleibt es dann fast offen, weil es da einige Sondervarianten gibt, etwa vollhydraulische Wechsler. Pauschal kann man sagen, von 6.000 bis 50.000 Euro ist alles möglich.

Aus diesen Zahlen lässt sich locker die Amortisierung errechnen …

Vogl: Das hängt vom Einsatz ab, aber in der Regel haben sich die Geräte spätestens nach 2.400 Betriebsstunden bezahlt gemacht. Das entspricht bei einem durchschnittlichen Baggerbetrieb zwei Jahren. Bei entsprechender Auslastung, so haben wir von Kunden gehört, kann sich der Einsatz schon nach unter einem Jahr lohnen.

Rototilt hat den German Innovation Award für das Sicherheitssystem Securelock Ende Mai in Berlin bekommen. Was bietet dieses System?

Vogl: Das System bietet die Sicherheit, dass das Anbaugerät zu 100% verriegelt ist, damit ist die Gefahr von herabfallenden und schwingenden Anbaugeräten ausgeschlossen.

Auf der Messe haben Sie auch einen Asphaltschneider angekündigt. Wo wird er sinnvoller Weise eingesetzt und wo liegen die Vorteile in der Anwendung?

Vogl: Der Vorteil liegt darin, dass man vom Bagger aus gewisse Asphaltstärken schneiden kann.

Wie funktioniert das konkret?

Vogl: Das Schneidrad aus geschärftem Stahl entwickelt seine Kraft ausschließlich über den Druck des Baggers und hat keinen eigenen Antrieb. Das reicht aber aus, um Deckschichten bis zu 5 cm zu durchdringen. Und es ist deutlich leiser als konventionelle Schneidgeräte. Man muss allerdings auch ehrlich sagen, dass das Einsatzspektrum gegenüber anderer Maschinetechnik begrenzt ist.

Für welche Trägergeräte wird das Schneidrad konfiguriert?

Vogl: Zurzeit für Bagger von 6 bis 19 t. Die Palette wird jedoch weiter ausgebaut.

Zur Person

Wolfgang Vogl, Jahrgang 1970, hat nach seinem Studium bei der BASF im Vertrieb und anschließend bei Sennebogen in leitender Position im Bereich OEM-Geschäfte sowie im Vertrieb Seilbagger/Krane gearbeitet. Nach 13 Jahren wechselte er schließlich 2011 zu Rototilt und ist dort seit Mitte 2012 Geschäftsführer.

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