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Frank Eberle, Business Owner Automotive bei Schlütersche Fachmedien, testet auf der Agritechnica den Simulator von Tenstar
Foto: Maleen Sophie Molkentin
Frank Eberle, Business Owner Automotive bei Schlütersche Fachmedien, testet auf der Agritechnica den Simulator von Tenstar

Inhaltsverzeichnis

Digitale Schulungen

Warum sich Fahrerschulungen an Simulatoren lohnen

Sie müssen wieder neue Fahrer für Bagger, Radlader und Co. ausbilden, aber Ihre Baumaschinen sind im Einsatz und die Ausbilder haben wenig Zeit? Dann könnten Simulatoren helfen. Thorsten Weißenberger von Tenstar Simulation zeigt 3 Vorteile auf, die Simulatoren bieten.

In einem Steinbruch befüllt ein Radlader den Dumper und von der Seite nähert sich noch eine Planierraupe. In allen Baumaschinen sitzen Fahrer, die erst noch lernen müssen, ihre Geräte zu bedienen. Das Besondere ist, dass es nur einen Ausbilder gibt. Dieser beobachtet das Geschehen um sich herum vom Boden aus und sieht doch alles genau. Denn tatsächlich sitzt niemand von den Fahrern in echten Maschinen. Alles ist nur simuliert und der Ausbilder kann die Fahrer gleichzeitig mit verschiedenen Baumaschinen üben lassen.

1. Effizientere Ausbildung

„Und genau hier beginnt die Erhöhung der Effizienz in der Ausbildung“, erklärt Thorsten Weißenberger, Area Sales Manager D/A/CH von Tenstar Simulation, „normalerweise ist ein hoher Aufwand im Unternehmen nötig: Der Ausbilder geht mit seine Auszubildenden raus an die echten Maschinen. Dort muss er aber eine 1:1-Schulung gewährleisten, damit keine Schäden an den Maschinen entstehen oder gar Personen verletzt werden. Sitzen die angehenden Fahrer hingegen in den Simulatoren, kann der Ausbilder mehrere Schüler beaufsichtigen.“ Dafür taucht der Ausbilder mit einer VR-Brille in die digitale Welt ein. Dank der VR-Brille hat er eine 360° Grad Rundumsicht und kann sich zwischen den Baggern und Radladern bewegen.

Auch das Wetter spiele keine Rolle. Wenn es stürmt oder schneit, wartet der Simulator trocken und warm im Schulungsraum. „Zudem können die echten Baumaschinen auf der Baustelle oder im Steinbruch weiterarbeiten, sie werden nicht für die Ausbildung blockiert“, führt Thorsten Weißenberger weiter aus.

2. Minimierung von Emissionen

Die Baumaschinen bleiben somit nur für ihren eigentlichen Zweck im Einsatz und müssen nicht noch zu Ausbildungszwecken fahren. Das spare Sprit. „Und alles, was auf dem Simulator trainiert wird, braucht keine echte Maschine, die Emissionen freisetzt“, ergänzt der Tenstar-Verkaufsmanager. Wer am Simulator schon lernt, wie man die Baumaschine kraftstoffsparend fährt, erspart dem Unternehmen weitere Kraftstoffkosten und der Umwelt Emissionen.

3. Mehr Sicherheit

Die Simulatoren sollen des Weiteren eine Sicherheit bei der Fahrschulung bieten, bei der sich sowohl die angehenden Fahrer als auch der Ausbilder entspannen kann. „Es können keine Sachschäden an der Baumaschine entstehen, die unter Umständen einen 5 oder 6-stelligen Schadensbetrag nach sich ziehen. Das Schlimmste, was passieren kann: Der Auszubildende bricht am Simulator einen Hebel ab und das wäre nicht dramatisch“, schmunzelt Thorsten Weißenberger. Neben ausbleibenden Sachschäden, können in der virtuellen Welt auch keine Personen versehentlich verletzt werden.

Mithilfe der Simulatoren sollen Grundkenntnisse vermittelt werden. So kennen die Fahrer die Maschinen und das Handling bevor es in die Realität geht. „Wir ersetzen nicht die echten Maschinen, sondern bereiten auf diese vor – ganz nach unserem Motto ‚Prepare for Reality‘. Wir führen die angehenden Fahrer mit unseren Übungen gezielt an die Maschinen heran, sodass nicht gleich eine Überforderung entsteht“, so Thorsten Weißenberger.

Aufbau der Programme

Die ersten Übungen geben eine Einweisung in die jeweiligen Baumaschinen. So werden die einzelnen Bauteile wie der Arm, die Schaufel und die Ketten erklärt. Ebenfalls erfolgt zu Beginn immer eine tägliche Kontrolle, so wie sie auch in der Realität zu erfolgen hat. Dann lernen die Anfänger das Vorwärts- und Rückwärtsfahren und absolvieren ihren ersten Parcours. Nach und nach fordern die Übungen immer komplexere Aufgaben wie zum Beispiel das Ausheben eines Grabens.

Die einzelnen Übungen werden ausgewertet. Sowohl die Fahrer als auch die Ausbilder erhalten Formulare, die die Stärken und Schwächen aufzeigen. Ebenso protokolliert der Simulator, wie lange geübt wurde und welche Aufgaben erledigt sind.

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Alle Einstellungen werden bei Tenstar Simulation über das Tablet vorgenommen
Foto: Maleen Sohie Molkentin
Alle Einstellungen werden bei Tenstar Simulation über das Tablet vorgenommen

Erfahrene Fahrer bitte Platz nehmen

Da der Simulator auch die Effizienz der Arbeitsweise ermitteln kann, lohnt es sich nach Thorsten Weißenberger auch, die erfahrenen Fahrer in der virtuellen Welt trainieren zu lassen. „Im Simulator kann mit wenig Aufwand festgestellt werden, wer noch Trainingsbedarf hat. Ich kann genau messen, wie viele Baggerhübe benötigt werden, um den Dumper voll zu beladen. Oder mit wie viel Prozent Ladung der Fahrer den Dumper fortschickt.“

Auch die kooperative Arbeitsweise kann im Simulator geübt werden. Mehrere Fahrer loggen sich dazu mit unterschiedlichen Maschinen in die virtuelle Welt ein. Dort trainieren sie die Zusammenarbeit, wie sie auch im echten Leben erfolgen sollte.

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Auf der Agritechnica kann man Mähdrescher fahren. Aber Tenstar hat auch diverse Baumaschinen für seine Simulatoren parat
Foto: Maleen Sophie Molkentin
Auf der Agritechnica kann man Mähdrescher fahren. Aber Tenstar hat auch diverse Baumaschinen für seine Simulatoren parat

Kosten eines Simulators

Zwei Komponenten bestimmen den Preis: Hardware und Software. Bei der Hardware gibt es bei Tenstar Simulation im Grunde drei Versionen. Die kleinste Ausstattung ist eine Desktopversion für den Schreibtisch. Allerdings wird diese Variante nicht überall – zum Beispiel bei der Lkw-Ausbildung – als Alternative zur Realität anerkannt. Die Abstraktion zur Realität sei zu groß. Da bedarf es schon einen Fahrerstand und diesen gibt es entweder mit oder ohne Bewegungssystem.

Bei der Software können einzelne Lizenzen für jedes Fahrzeug – insgesamt gibt es 25 – erworben werden. Dabei gilt, dass die ersten 3 Lizenzen einen Festpreis haben und danach greifen Rabatte. „Wer einen Fahrerstand mit Bewegungssystem und 5 Fahrzeugen kaufen möchte, kann mit Kosten zwischen 50.000 und 60.000 Euro rechnen“, so Thorsten Weißenberger. Der Ausbilder benötigt aber keinen Fahrerstand, sondern nur einen speziellen Rechner von Tenstar und die VR-Brille. Hier starten die Kosten bei 5.000 Euro. Einige Ausbildungszentren von großen deutschen Bauunternehmen sind bereits mit Simulatoren von Tenstar ausgestattet. Wer Interesse an einem Simulator hat und nicht sicher ist, ob sich die digitale Lösung für sein Unternehmen eignet, kann die Simulatoren vor dem Kauf in seinem Betrieb für einige Wochen testen.

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