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Bei Nieselregen und Wind flatterte das schwarz-rot-goldene Band besonders gut
Foto: Autobahn GmbH
Bei Nieselregen und Wind flatterte das schwarz-rot-goldene Band besonders gut

Inhaltsverzeichnis

Brücken

Aufatmen nach 10 Jahren an der A 1

Das erste Teilbauwerk der Rheinbrücke bei Leverkusen wurde für den Verkehr freigegeben. Nun können nach 10 Jahren auch Lkw wieder an dieser Stelle die A 1 nutzen.

Zur Freigabe des ersten Teilbauwerks erschien einiges an Prominenz, allen voran der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), der Parlamentarische Staatssekretär Oliver Luksic aus dem Bundesverkehrsministerium, NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) sowie Leverkusens Oberbürgermeister Uwe Richrath (SPD). Die Autobahn GmbH war vertreten durch den Vorsitzenden der Geschäftsführung, Dr. Michael Güntner, und dem Direktor der Niederlassung Rheinland, Thomas Ganz.

Langwierige Baustelle

An der aus den 1960er Jahren stammenden alten Brücke hatten Fachleute 2012 Risse festgestellt. Daraufhin wurden Geschwindigkeits- und Gewichtsbeschränkungen eingeführt, seit 2014 war die Brücke für Lkw ab 3,5 t gesperrt – um deren Zufahrt zu verhindern, wurden zwei Jahre später Schrankenanlagen installiert. 2017 begann der Bau der neuen Brücke, die aus 2 parallel nebeneinander stehenden Teilen zusammengesetzt werden soll. Im April 2ß2ß wurde der erste Bauvertrag gekündigt, nachdem gravierende Mängel in der Stahlbauausführung nicht vom Auftragnehmer beseitigt wurden. Im Januar 2021 wurde der Bauauftrag an eine Bietergemeinschaft au 3 Unternehmen mit einem Auftragswert von 216 Mio. Euro neu vergeben. Die ersten Stahlteile wurden im März 2022 montiert. Nun ist die erste Hälfte fertig.

Wie das Bestandsbauwerk bestehen auch die neuen Brückenbauwerke aus Strom- und Vorlandbrücken. Die gesamte Rheinbrücke hat eine Länge von 1068,5 m. Die größte Nutzbreite der neuen Brücke beträgt jeweils 33 m.

Bis zur Fertigstellung des zweiten neuen Brückenteilbauwerks stehen dem Verkehr in beiden Fahrtrichtungen jeweils drei eingeengte Fahrspuren zur Verfügung. Es gilt eine Geschwindigkeitsbeschränkung von Tempo 80. Zudem steht ein neuer 3,25 Meter breiter Fuß- und Radweg zur Verfügung. Der Fuß- und Radweg der alten Rheinbrücke ist ab sofort gesperrt.

Unmittelbar im Anschluss an die Freigabe der neuen Rheinbrücke wird mit dem Rückbau der alten Leverkusener Rheinbrücke begonnen. Der Rückbau der Strom- und Vorlandbrücke inklusive aller Pfeiler dauert etwa ein Jahr, sodass mit dem Neubau des zweiten Teilbauwerks der neuen Leverkusener Brücke voraussichtlich im Frühjahr 2025 begonnen werden kann. Der Auftrag dazu wurde im Juli 2023 an eine Bietergemeinschaft aus 5 Unternehmen mit einem Auftragswert von 426 Mio. Euro vergeben.

Nach der Gesamtfertigstellung hat die neue Rheinbrücke Leverkusen eine Brückenfläche von etwa 70.000 Quadratmetern. Ihre Pylonen ragen rund 55 m über die Fahrbahn in die Höhe.

Viel Freude

„Endlich ist das Ding fertig“, sagte Ministerpräsident Wüst. Die Fertigstellung des ersten Brückenteils ist ein wichtiger Meilenstein für eine funktionierende und belastbare Verkehrsinfrastruktur im Rheinland. „Mit der Freigabe werden sich die Verkehrsflüsse in der gesamten Region spürbar verbessern“, ist Wüst sich sicher. Denn die neue Brückenhälfte bringt lang ersehnte Entlastung für viele Pendlerinnen und Pendler und vor allem für die gesamte Wirtschaftsregion Rheinland, mussten doch Lkw über 10 Jahre hinweg Umwege in Kauf nehmen. „Jetzt gilt es, auch den Bau des zweiten Brückenteils zügig voranzutreiben.“

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hatte sein Kommen erst zugesichert, dann am wieder abgesagt und ließ Grüße durch Staatssekretär Luksic übermitteln. Michael Güntner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH des Bundes, schätze ein, dass „der Weg zum Neubau war für alle Beteiligten steinig“ war. Schlecht verarbeiteter Stahl aus China hatte den gesamten Ablauf des Projekts ins Wanken gebracht, die Arbeiten mussten im Frühjahr 2020 unterbrochen werden.

Die lange Bauzeit und die extreme Kostensteigerung zeigten schon jetzt, „welche Herausforderungen auf uns zukommen, wenn wir die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland und Nordrhein-Westfalen erhalten und zukunftsfit machen wollen", schätzte Krischer ein.

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