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Ronald Figiel (Atlas von der Wehl) und Carsten Bubke (Technischer Leiter Heidekreis) v.l. bei der Baggerübergabe.
Foto: Atlas GmbH
Ronald Figiel (Atlas von der Wehl) und Carsten Bubke (Technischer Leiter Heidekreis) v.l. bei der Baggerübergabe.

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Der Panzerbagger – Sanierung des Dethlinger Teiches

Sechs Tonnen wiegt die Spezialausrüstung, die der Atlas Kettenbagger 225 LC benötigt, um die gefährliche Munitionssanierung des Dethlinger Teiches leisten zu können. Statt 23,5 Tonnen wiegt der 225 LC nun 29,5 Tonnen.

Der Twin Power Antrieb hat einen Standard Dieselmotor und einen 130 kW Elektromotor. Raffiniert ist die Lösung, ihn im ausgeschnittenen Kontergewicht zu verbauen. Versorgt wird er über ein 85 m langes Kabel für 400 Volt mit 400 Ampere. Es wird über einen Tragarm am Heck geführt.

Umfassender Schutz

In der umfangreichen Ausschreibung war gefordert, dass der Bagger den Sicherheitsanforderungen nach Stanag Level II entsprechen muss. Das ist eine Stufe unter dem Leopard 2. In der Praxis bedeutet dies, dass die Frontscheibe der Kabine mit 56 mm und die Seitenscheiben mit 50 mm Panzerglas geschützt sind. Ansonsten ist 6 mm Panzerstahl, auch unter der Kabine, verbaut. Die Kabine ist absolut dicht und verfügt über eine Schutzbelüftung mit drei Druckluftflaschen, die auf dem Dach montiert sind. Dort sind auch die Sensoren, um Giftgas aufzuspüren.

Umfangreiche und komplizierte Sanierung

Die deutsche Wehrmacht und später die britische Armee haben von 1942 bis 1952 im Dethlinger Teich, einer ehemaligen Kieselgur-Grube nahe Munster, eine hohe Anzahl von Granaten, auch mit chemischen Kampfstoffen gefüllte, entsorgt. Der kleine Teich war 63 m breit und etwa 12 m tief. 1952 wurde die Grube mit Erdreich und Bauschutt verfüllt. Im Laufe der Zeit begann die Verrottung, verbunden mit einer Grundwasserbelastung. 2014 nahm der Heidekreis, der hier verantwortlich ist, die ersten Planungen zur Sanierung auf. 2021 erfolgte die Öffnung der Grube mit einem Probeschacht und dem Fund von einigen Tausend Stück Munition. Experten entwickelten nun ein Sanierungskonzept. Geplant wird mit einer Sanierungsdauer von rund sechs Jahren. Über dem Teich wurde eine 97 m x 106 m große Halle errichtet. Sie hat ein freitragendes Dach mit einer Firsthöhe von 20 m und ruht auf einem Betonfundament und 22 m Spundwandbohlen darunter. Aus der Halle wird während der Sanierung permanent die Luft abgesaugt und mit Aktivkohle gefiltert. Das sind pro Stunde etwa 200.000 m³. Ebenso wird das Grundwasser aufgefangen und gereinigt. Die große Halle ist absolut dicht und kann nur durch Schleusen mit anschließender Dekontamination verlassen werden. Weitere Hallen, zum Beispiel zur Reinigung des Grundwassers oder zur Reinigung von Personal, sind ebenso vorhanden. Zudem sind, während des täglichen Betriebes, ein Notarzt und ein Rettungswagen vor Ort. Die Mitarbeiter der Sanierungsmannschaft dürfen nur mit Spezialausrüstung und für kurze Zeit in der Grube arbeiten. Die Gesamtkosten der Sanierung sind mit über € 60 Mio. veranschlagt.

Oberstes Prinzip: Sicherheit

Für einen besseren Blick auf das Arbeitsfeld kann die Kabine 1.000 mm hochgefahren und nach hinten geneigt werden. Der vollhydraulische Schnellwechsler bringt verschiedene Löffel, Zweischalengreifer oder Schottersauger zum Einsatz. Damit der Bagger auf dem weichen Untergrund sicher arbeiten kann, wurde der Unterwagen von 4.500 cm auf 5.000 cm verlängert. Zudem sind Dreistegbodenplatten mit Beschichtung und einer Breite von 100 cm montiert. (HS/RED)

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Startschuss der gemeinsamen Kooperation: Klaus Brunkhorst (4. v.l.), Niels Mansholt (3.v.l. ), Fred Cordes (4.v.r.), Geschäftsführer Zeppelin Konzern, Holger Schulz (2.v.l.), Thomas Weber (2.v.r.), Konrad Werkmann (rechts), Christine Benard (3.v.r.) und Daniel Bauer (links).

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