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Foto: Wacker Neuson
Dank Nullemissionen und nur geringer Lärmentwicklung sind die E-Maschinen prädestiniert für innerstädtische Bauvorhaben – auch in der Nacht.

Pandemie bremst Umsatz 2020 aus

Doch Wacker Neuson startet gut ins neue Jahr

Ende März informierte Alexander Greschner, Vertriebsvorstand der Wacker Neuson Group, im Rahmen einer digitalen Pressekonferenz über das abgelaufene Geschäftsjahr, aktuelle Aussichten und neue Produkte.

Eigentlich, so der Manager mit Bedauern, wäre er zum Zeitpunkt der Presseveranstaltung auf der Intermat. Coronabedingt ist auch diese Baumaschinen-Messe, die alle drei Jahre in Paris stattfindet, wie viele andere ausgefallen. Die Pandemie habe auch massiven Einfluss auf die Geschäfte von Wacker Neuson im Jahr 2020 gehabt, erläuterte Greschner. In verschiedenen Ländern stillgelegte Baustellen und unterbrochene Lieferketten haben das Orderverhalten von Wacker-Händlern und -Kunden nachhaltig beeinflusst. Mit einem weltweiten Umsatz von 1,6 Mrd. Euro musste ein Rückgang von 15% verbucht werden. Der Profit, also die EBIT-Marge, fiel auf knapp 5%.

Europa ist der wichtigste Markt

Besonders brutal waren die Auswirkungen in Amerika. Dort brachen die Verkäufe der Gruppe um 41% ein. In Europa verlief die Entwicklung nicht ganz so drastisch. Hier beliefen sich die Einbußen auf 6,5%. Mit knapp 1,3 Mrd. Euro Umsatz, das sind rund 80% des Gesamtvolumens, ist Europa die wichtigste Absatzregion für die Gruppe.

Erfreulich verlief die Entwicklung in der DACH-Region. Verkaufsrückgänge von Neumaschinen konnten hier durch Zuwächse bei Dienstleistungen abgefedert werden.

Auch das laufende Jahr steht noch unter dem Einfluss der Pandemie. Dennoch zeigt sich der Konzern optimistisch und erhofft sich weltweit ein Umsatzwachstum zwischen 5 und 11%.

Neues bei Stromern und Verbrennern

Dann ging Greschner auf die neuen Produkte ein. Vor fünf Jahren kamen die ersten Elektro-Maschinen des Herstellers auf den Markt. Heute reklamiert er für sich, das breiteste Angebot bei den leisen und emissionsfreien Maschinen zu haben. Bei der Leistung müssen die Anwender nach Einschätzung Greschners keine Einschränkungen hinnehmen. Die Stromer bieten die gleiche Performance wie die konventionellen Geräte. Auch preislich können die Maschinen mit den Verbrennern mithalten. Höhere Investitionskosten bei der Anschaffung würden sich durch den weitgehenden Wegfall von Unterhaltungskosten amortisieren.

Umfassendes Portfolio

Aktuell umfasst das Portfolio akkubetriebene Stampfer, Vibrationsplatten, ein Innenrüttlersystem zur Betonverdichtung, Bagger, Dumper und Radlader. Bis zu 93% an CO2-Emissionen können mit diesen E-Maschinen über die gesamte Produktlebensdauer eingespart werden, einschließlich der Batterieproduktion und Energiegewinnung (EU-Mix), verglichen mit einem konventionellen Produkt der gleichen Klasse, sagt der Hersteller.

„Der Ausbau unserer zero emission-Reihe ist ein wichtiger Bestandteil unserer Zukunftsstrategie“, betonte Greschner. „Wir können unseren Kunden für eine Vielzahl an Anwendungen eine elektrische Alternative anbieten, sodass die emissionsfreie Baustelle in der Innenstadt schon heute Realität ist. Als einer der Ersten in der Branche sind wir diesen Schritt gegangen, und die steigende Nachfrage bestätigt uns darin, diesen Weg auch weiter zu verfolgen und die Reihe auszubauen.“

Vollelektrischer Minibagger EZ17e

Ein neues Mitglied in der zero emission-Familie ist der kompakte Zero Tail-Bagger EZ17e. Er kann mit dem integrierten Lithium-Ionen-Akku entweder kabellos genutzt oder während stationärer Tätigkeiten auch im laufenden Betrieb an Stromquellen von 100 bis 415 Volt geladen werden. Aufgeladen wird die Batterie über eine Haushaltssteckdose (110 bis 230 Volt) oder per Schnell-Ladung über Starkstrom (bis zu 415 Volt) in nur vier Stunden. Die Batteriekapazität sorgt dafür, dass die hydraulischen Funktionen mit gleicher Leistung wie beim konventionellen Modell einen ganzen Arbeitstag lang verfügbar sind.

Emissionsfreier Materialtransport

Der Kettendumper DT10e, der Raddumper DW15e und der Radlader WL20e ermöglichen Kunden den effizienten Transport von Material ohne direkte Abgasemissionen und mit geringen Geräuschemissionen. So wird beispielsweise beim Dumper DW15e im Vergleich zum konventionellen Modell die Geräuschemission um mehr als 20 Dezibel auf 60 db(A) reduziert, was in etwa normaler Zimmerlautstärke entspricht. Der Dumper mit einer Nutzlast von 1,5 t ist jeweils mit einem eigenen Elektromotor für den Fahrantrieb und für die Arbeitshydraulik ausgestattet, um die Leistung bedarfsgerecht und unabhängig abzunehmen und den Energieverbrauch zu minimieren. Beim Bremsen der Maschine oder bei Bergabfahrt wird die Energie zurück in den Akku gespeist. Der Radlader WL20e verfügt über ein Schaufelvolumen von 0,2 m³.

Ein Akku – viele Einsatzmöglichkeiten

Für die Bodenverdichtung bietet der Hersteller mittlerweile drei batteriebetriebene Stampfer sowie drei Vibrationsplatten an – weitere Modelle sind in Planung. Die Basis für alle Modelle ist ein Lithium-Ionen-Akku. Außerdem kann der modular für alle Verdichtungsgeräte einsetzbare Akku im Handumdrehen gewechselt werden. Die Geräte lassen sich einfach auf Knopfdruck starten, bei den Vibrationsplatten ergeben sich bis 50% Energiekostenersparnis, bei den Akkustampfern sogar 65%.

Auch der Hochfrequenz-Innenrüttler IEe für die Betonverdichtung wird mit diesem Akku betrieben. Dabei wird der Akku in den Umformer-Rucksack (ACBe) eingesetzt und auf dem Rücken getragen. Dieser Rucksack ist nun mit deutlich reduziertem Gewicht von 13,5 kg verfügbar.

Minibagger signalisieren Betriebsbereitschaft

Neu im Angebot sind die Bagger der 4- beziehungsweise 5-t-Klasse ET42, EZ50 – das Z steht für Zero Tail, also ohne Hecküberstand – und ET58. Alle drei Modelle sind mit einem Active Working-Signal ausgestattet: Ein roter LED-Streifen, der in die Motorhaube integriert ist, signalisiert die Betriebsbereitschaft der Maschine. Damit wissen alle Personen auf der Baustelle, dass der Bagger in Betrieb ist – ein einfaches, aber effektives Feature für mehr Baustellensicherheit.

Der Kettenbagger ET42 ist optional mit dem Vertical Digging System (VDS) verfügbar. Es erlaubt exaktes vertikales Graben auch auf unebenem Untergrund, an Bordsteinkanten und am Hang. Der dafür notwendige Kippmechanismus ist beim Modell ET42 im Fahrwerk verbaut. Durch VDS ergeben sich mit dem Bagger nach Angaben des Herstellers 25% an Material- und Zeitersparnis beim Ausheben und Verfüllen.

Für eine präzise Steuerung und Effizienz sorgt das Hydrauliksystem „Load Sensing Flow Sharing“: Die Maschine passt sich automatisch der Last an, und die Joystick-Bewegung bleibt für den Bediener jederzeit konstant.

Teleskop- und Radlader

Der Radlader WL28 verfügt über eine hohe Kipplast, mehr Komfort und Sicherheit. Der elektronisch geregelte Fahrantrieb mit verschiedenen Fahrmodi macht das Arbeiten mit dem Radlader und auch mit dem neuen Teleskoplader TH412 effizienter und flexibler. Standard sind der Auto-Modus für die gewohnte 100-%-Leistung sowie der Eco-Modus, bei dem die Motordrehzahl bei Erreichen der vom Bediener vorab eingestellten Fahrgeschwindigkeit reduziert wird. Der überarbeitete Teleskoplader TH412 mit 1,25 t Nutzlast und einer Stapelhöhe von 4 m ist das kompakteste Modell der Reihe.

Dumper DW60 und DW90

Dumper werden in Deutschland zunehmend im Straßenbau nachgefragt, erläuterte Greschner. Die DW60 und DW90 mit 6 und 9 t Nutzlast sind die größten Raddumper im Wacker Neuson-Portfolio. Sie wurden überarbeitet und verfügen nun über einen Diesel-Motor der Abgasnorm Stufe V. Die serienmäßige Auto-Stopp-Funktion schaltet die Maschine nach einem vordefinierten Zeitraum ohne Nutzung ab. Die Dumper sind mit dem intuitiven hydrostatischen Allradantrieb ausgestattet: Der Bediener legt nur den Vorwärts- oder Rückwärtsgang ein und der Dumper beschleunigt stufenlos mit konstanter Zugkraft.

Zum Portfolio im Bereich der Bodenverdichtung gehört die Grabenwalze RTx. Durch einige Designanpassungen wurde die Wartungsfreiheit in der Untermasse der Walze weiter optimiert. Die neue Modellgeneration der handgeführten Vibrationswalze RD7 mit einer Bandagenbreite von 650 mm liefert sowohl auf Asphalt als auch auf Boden gute Arbeitsergebnisse. Außerdem weist die Walze RD7 mit weniger als 2,5 m/s² niedrige Hand-Arm-Vibrationswerte auf.

                                                    

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Foto: Wacker Neuson Alexander Greschner.
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Foto: Wacker Neuson Mit dem VDS-System lässt sich die Kabine waagerecht ausrichten.
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Foto: Wacker Neuson Dumper werden in Deutschland zunehmend im Straßenbau nachgefragt. Hier der neue DW60.
Foto: Foto: Wacker Neuson

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Der Zero-Tail-Bagger von Wacker Neuson

Wacker Neuson, München, bringt den Zero-Tail-Bagger EZ38 auf den Markt. Er ist prädestiniert für enge Baustellen. Die kompakte Maschine ohne Hecküberstand bietet zudem viel Komfort in der völlig überarbeiteten Kabine.

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Wacker Neuson im Aufwind

Der Wacker Neuson-Konzern, München, konnte nach vorläufigen Zahlen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013 seine Umsatz- und Ergebniszahlen gegenüber dem Vorjahr steigern. Die für 2013 gesteckten Ziele wurden erreichen. Auch für 2014 bleibt der Konzern optimistisch.

Foto: Foto: Wacker Neuson

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Wacker Neuson optimistisch für 2017

Der Baugeräte- und Kompaktmaschinen-Hersteller Wacker Neuson SE, München, hat im Geschäftsjahr 2016 sein Umsatzniveau gehalten. Und dies in einem schwierigen Marktumfeld. Allerdings wurde die Profitabilität durch Krisen in wichtigen Branchen und Regionen beeinträchtigt. Für 2017 gibt das Unternehmen einen positiven Ausblick und rechnet wieder mit Umsatz- und Ergebniswachstum.

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Peksaglam verlässt Wacker Neuson

Der Vorstandsvorsitzende der Wacker Neuson SE, Cem Peksaglam, hat dem Aufsichtsrat mitgeteilt, dass er nach der erfolgreichen strategischen Neuausrichtung des Konzerns für eine Verlängerung seines Vertrages nicht zur Verfügung steht und beabsichtigt, sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen.

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