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NordBau 2023: Die 676 Aussteller haben auf dem ausgebuchten Holstenhallen-Gelände eine beeindruckende Messe in Umfang und Attraktivität präsentiert.
Foto: Heidi Schettner
NordBau 2023: Die 676 Aussteller haben auf dem ausgebuchten Holstenhallen-Gelände eine beeindruckende Messe in Umfang und Attraktivität präsentiert.

Nordbau 2023

Ein Highlight des Bauens

676 Aussteller und 42.800 Messebesucher. Im Fokus der 68. NordBau standen Lösungen für nachhaltiges Wassermanagement, Maschinen und Baugeräte für den Straßen- und Tiefbau und Optimierungsansätze für die Energieeffizienz von Immobilien.

Die 68. NordBau ist am Sonntagabend, den 10. September 2023 nach fünf intensiven Sonnen- und Messetagen zu Ende gegangen. Die 676 Aussteller haben auf dem ausgebuchten Holstenhallen-Gelände eine beeindruckende Messe in Umfang und Attraktivität präsentiert: Angefangen im Freigelände mit einer eindrucksvollen Vielzahl an Maschinen und Baugeräten für den Straßen- und Tiefbau, dem wachsenden Anteil an Fahrzeugen mit Akku- und Elektroantrieb, wendigen Gerätschaften für den kommunalen Einsatz, vielseitigen Nutzfahrzeugen für Bau und Handwerk und Gartenausstattung.

Informieren, Lösungsansätze nutzen, loslegen

Wie der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen bei der Messeeröffnung sagte, gehe es derzeit darum, Hürden zu überwinden und anzupacken. „Das Thema Wasser wird uns in Zukunft intensiv beschäftigen“, betonte Madsen mit Hinweis darauf, dass Aspekte einer gesteigerten Klimaresilienz und Wassersensitivität aktuell und zukünftig wesentliche Bausteine kommunaler Stadtplanung seien müssten. Eine Zeit der Umbrüche erfordere Lösungen, das gelte für den Umgang mit Wasser sowie für die Umsetzung der Energiewende. „Wir sollten eine Gesellschaft der Lernenden werden, Deutschland muss ein Land der Möglichmacher werden“, forderte der Wirtschaftsminister auch mit Blick auf die Optimierung eines konstruktiven und kreativen Engagements vonseiten der Bauindustrie und relevanter politischer Akteure.

Nachhaltiges und effizientes Wassermanagement

Die Partner des Sonderthemas „Wasser… & bauen“ in Halle 6 haben Interessierte umfangreich und mit viel Engagement über die Herausforderungen, Risiken und Lösungen für nachhaltiges Wassermanagement informiert. Zahlreiche Vertreter von Politik, Verbänden und Kommunen nutzten die Gelegenheit, sich Anregungen, Tipps und Kontakte für anstehende Infrastrukturmaßnahmen zu holen. Fortlaufende Forschung und schon bestehende Konzepte zeigten, wie verbesserter Hochwasserschutz umsetzbar ist, wie Starkregenereignissen begegnet werden kann, wie Renaturierung zum Klimaschutz beitragen kann, wie Wasser aufgefangen und bei Bedarf für Pflanzenbewässerung wieder abgegeben werden kann – um nur einige tolle Bespiele zu nennen. Schon bei der Eröffnung wurde aufgezeigt, wie Kopenhagen als Schwammstadt funktioniert – sie kann Vorbild für andere Städte sein.

Bau- und Energiebranche mit Herausforderungen

Es sind aufwühlende Zeiten, die für Immobilienbesitzer auch Unsicherheit bedeuten. Wie muss gebaut oder saniert werden, damit das eigene Gebäude energietechnisch für die Zukunft gerüstet ist und welche Ausgaben sind dafür notwendig? Auch Mitarbeiter von Bau- und Handwerksbetrieben merken, dass Servicepartner Kapazitäten zurückfahren, Produkte nicht geliefert werden können und so in einigen Bereichen Aufträge ausbleiben und warten müssen. Zurückhaltung war hier und da zu spüren. Aber für die 42.800 Messebesucher hielt die NordBau Lösungsansätze, innovative Produkte und die Möglichkeit für einen Angebotsüberblick bereit. Die Aussteller freuten sich über viele gute Gespräche, wertvolle Kontakte und zahlreiche Geschäftsabschlüsse.

Perspektiven wurden aufgezeigt und genutzt

Viel Zuversicht und Optimismus war auf der Messe zu spüren – genau, wie es der Wirtschaftsminister bei der Eröffnung mit auf den Weg gegeben hatte – und die Partner der Messe haben gezeigt, dass es für vieles verschiedenste Lösungsansätze gibt, die dringend in die Öffentlichkeit getragen werden müssen: Aus Ungewissheit und Umbruch in den Aufbruch kommen. „Wir alle spüren die zunehmende Zurückhaltung bei unseren Kunden, weil viele nicht wissen: Wohin geht es? Hohe Zinsen, Inflation, der Krieg in der Ukraine sowie Unsicherheiten durch Vorgaben und Regularien haben dazu geführt, dass weniger investiert wird. Umso wichtiger sind diese Plattformen, um Zuversicht für unsere Kunden zu zeigen. Wir hatten schließlich mehr als 10 Jahre einen Steigflug. Die jetzige Situation entspricht dem Wirtschaftszyklus, den wir alle kennen und erwarten konnten“, sagt Peter Oppermann von Oppermann & Fuss GmbH, vertreten mit mobilen Sieb- und Brechanlagen im NordBau-Freigelände.

Die Chance, den nächsten Schritt zu planen, haben am Donnerstag auch rund 1.000 Schülerinnen und Schüler genutzt. Sie haben an der Nordjob Bau teilgenommen – organisiert vom Institut für Talententwicklung und mitgetragen von zahlreichen Partnern aus Industrie und Handwerk. An deren Ständen haben sich die jungen Menschen in persönlichen Gesprächen über Ausbildungs-möglichkeiten und berufliche Perspektiven informiert.

Engagement für die Zukunft

Austausch und Weiterbildung stand auch im Fokus der 50 Kongresse und Veranstaltungen, an denen rund 4.000 Fachbesucher teilgenommen haben, und auch bei den Start-Ups in Halle 4. Hier haben junge Unternehmen die Gelegenheit genutzt, mit der klassischen Bauindustrie ins Gespräch zu kommen.

Forschungsprojekte und praktische Umsetzungen konnten die Besucher in Halle 1 bestaunen. So zeigten die Materialprüfanstalt Schleswig-Holstein und das Forum Kreislaufwirtschaft, wie recycelte Baumaterialien bereits aktuell im Bau genutzt werden können und woran geforscht wird. Studierende der Technischen Hochschule Lübeck und weiterer Hochschulen präsentierten mit dem Projekt Unity eine Wohnunterkunft für Geflüchtete, von dem ein erstes Objekt bereits in der Ukraine genutzt wird. Der Forschungspavillon, ebenfalls von Studierenden der TH Lübeck, veranschaulichte, was im Beton-3D-Druckverfahren bereits möglich ist und welche Synergieeffekte eine gute Zusammenarbeit von Forschung und Industrie haben kann – beide Seiten profitieren.

Ausblick auf 2024: BauCon Nord

Die NordBau ist seit je her eine Plattform des Austauschs, des Vernetzens und der Weiterentwicklung von Ideen. Eine große Idee wird nun Realität: Im nächsten Jahr wird im Rahmen der NordBau zum ersten Mal ein zweitägiger Wohnungsbau-Kongress stattfinden. „BauCon Nord“ ist ein gemeinsames Projekt von zwei namhaften Institutionen der Bauwissenschaft: Der Technischen Hochschule Lübeck, mit ihrem Dekan Prof. Dr. Sebastian Fiedler, und der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen, unter der Leitung ihres Geschäftsführer Prof. Dietmar Walberg. Die Vorbereitungen haben bereits begonnen und die Messe freut sich auf das Projekt, das Fragen rund um den Hochbau beleuchten soll, um gemeinsam voranzukommen.

Die 69. NordBau findet vom 4. bis 8. September 2024 auf dem Messegelände Holstenhallen Neumünster statt.

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„Wir müssen das Thema Wasser in Kommunen und Gemeinden angehen“, unterstrich Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (l.) am Vortag der Nordbau anlässlich eines Presserundgangs auf dem Gelände des Klärwerks Köhlbrandhöft in Hamburg.
Foto: Heidi Schettner
„Wir müssen das Thema Wasser in Kommunen und Gemeinden angehen“, unterstrich Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (l.) am Vortag der Nordbau anlässlich eines Presserundgangs auf dem Gelände des Klärwerks Köhlbrandhöft in Hamburg.

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