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Foto: Thyssenkrupp Infrastructure
Gestufter Linearverbau mit Aufsatzplatte.

75 Jahre "Straßen- und Tiefbau"

Grabenverbau – Sicherheit hat höchste Priorität

Sieht einfach aus, ist es aber nicht: Verbausysteme wurden in den letzten Jahrzehnten ständig weiterentwickelt. Sicherheit und Wirtschaftlichkeit stehen dabei im Vordergrund.

Als Grabenverbau werden bauliche Maßnahmen und Einrichtungen zur Abstützung und Sicherung von Graben-, Gruben- und Schachtwänden im Bereich von Aufgrabungen bezeichnet. Die Entwicklung der unterschiedlichen Lösungen, insbesondere die der Stahlverbausysteme, stellt anschaulich dar, wie sich ein wichtiger Bereich der Sicherheitstechnik im Tiefbau in den letzten Jahrzehnten weiterentwickelt hat.

Jede Baustelle hat spezifische Herausforderungen, die gemeistert werden müssen. Doch die grundsätzlichen Anforderungen an den Verbau sind immer dieselben: hohe Sicherheit, geringe Auswirkungen auf den Boden außerhalb des Verbaus sowie möglichst große Arbeitsräume. Die Verbausysteme von E+S sowie Krings sorgen bei vielen Tiefbaumaßnahmen im In- und Ausland für wirtschaftliche und verfahrenstechnische Lösungen unter allen sicherheitsrelevanten Aspekten – und das seit über 70 Jahren.

Eine erste offizielle Zulassung für Stahlverbauelemente als Sicherheitseinrichtung für den Tiefbau erteilte die Tiefbau-Berufsgenossenschaft 1964. Stetig wachsende Anforderungen an Qualität und Leistungsstärke des eingesetzten Materials führten zur Entwicklung von wiederverwendbaren Komplettsystemen, die sich mit wenigen Handgriffen auf die verschiedenen Grabenbreiten einrichten und in verschiedenen Grabentiefen einbauen lassen. Auch die Forderung der DIN 4124 „Baugruben und Gräben-Böschungen, Verbau, Arbeitsraumbreiten“, dass spätestens ab einer Verbautiefe von 1,25 m die Baugrube nur mit einer Böschung standsicher auszuführen ist, machte Baugruben ohne Verbau durch den damit verbundenen hohen Erdaushub unwirtschaftlich und in bebauten Bereichen (Straßen, Gebäude, etc.) aufgrund der benötigten Baugrubenbreiten unmöglich.

Großflächen-Stahlverbau

Der so genannte Großflächen-Stahlverbau nahm an Bedeutung zu. Dabei handelt es sich um tragende Stahlhohlprofilwände, die mit verstellbaren Spreizen auf Abstand gehalten werden und ein Verbaugerät bilden. Der Großflächen-Stahlverbau kann in mehrere Systeme unterteilt werden, die sich hinsichtlich konstruktiver Merkmale, Größe und verfahrenstechnischen Aufgabengebieten unterscheiden: zum einen randgestützter Verbau wie E+S Leichtverbau, Medium- und Magnumsysteme, Linearboxen und Krings KVL, KS60 und KS100, und zum anderen Rollbox, innerstädtischer Linearverbau, Gleitschienenverbau von E+S und Krings-Systeme. Hinzu kommt Sonderverbau wie Kammerdielen- und Ziehboxsysteme in beiden Systemen. Sowohl beim E+S.Linearverbau und der Linearbox als auch beim Krings-Parallelverbau sind, im Gegensatz zu den anderen Systemvarianten, die Spreizen durch eine biegesteife Rahmenkonstruktion – Stützrahmen – ersetzt worden, die zusätzlich dafür sorgt, dass sich die Grabenbreite im Gegensatz zu den fest eingebauten Spreizensystemen beim Absenken des Verbaus nicht verändert. Auf diese Weise können Setzungen minimiert werden.

Linearverbau für große Grabentiefen

Die konstruktiven Merkmale des Linearverbaus als höchste Entwicklungsstufe von Verbausystemen gestatten den Einsatz des Systems auch bei sehr großen Grabentiefen. Baumaßnahmen mit Grabentiefen und/oder -breiten bis ca. 14 m sind mit dem System bereits realisiert worden. Solche Ergebnisse konnten mit den bis dahin gebräuchlichen Großflächen-Verbausystemen nicht erzielt werden. Hinzu kommt, dass der Boden außerhalb der Baugrube weitestgehend unberührt bleibt. Auch bei grabennaher Bebauung bleibt er setzungsarm. Zudem ist die Verbauleistung aufgrund des relativ leichten Rückbaus der Verbaumodule hoch. Das wirkt sich in wirtschaftlicher Hinsicht positiv auf eine Baumaßnahme aus.

Entwicklung von Verbausystemen

Die ersten Verbausysteme waren mittiggestützt. Anspruchsvollere Bauaufgaben, leistungsstärkere Maschinen und höhere Anforderungen der Anwender lösten die Entwicklung von randgestützten Systemen aus, die gegenüber den mittiggestützten Systemen über verfahrenstechnische Vorteile verfügen und in gängigen Abmessungen ab einer Höhe von 1,50 m und einer Länge von 1,50 m bis zu Höhen von 4,00 m und Längen bis 6,84 m erhältlich sind. Über Aufsatzelemente können Tiefen von bis zu 6,00 m verbaut werden.

In einem nächsten Entwicklungsschritt führten die Verbauhersteller die Gleitschienensysteme im Markt ein. Die Neuheit: Bei Gleitschienenverbausystemen werden die Platten in den Stützen geführt und die Stützen mit gelenkig angeordneten Spreizen auf Abstand gehalten. Die Entwicklung von Grabenverbausystemen muss dabei immer unter Berücksichtigung der DIN 13331 „Grabenverbaugeräte“ erfolgen. Gleitschienenverbausysteme gibt es entsprechend den randgestützten Systemen in verschiedenen Größenordnungen. Bei der einschienigen Variante wird eine Grundplatte mit einer Aufsatzplatte in der Schiene geführt. Bei der doppelschienigen Ausführung kommt es zu einer gestuften Anordnung einer innen- und einer außenlaufenden Platte. Der Vorteil dieser Gleitschienensysteme liegt im leichteren Ein- und Rückbau der im Gegensatz zu den randgestützten Systemen jetzt einzelnen Verbauteile wie Stützen, Platten und Spreizen.

Von der Rollbox zum Linearverbau

Aus dem Gleitschienensystem Rollbox – deren Einsatz ab einer bestimmten Grabentiefe aufgrund der konstruktiven Eigenschaften nicht mehr möglich ist –  wurde in Hückelhoven der Linearverbau entwickelt – ein Gleitschienensystem mit Stützrahmen nach DIN 13331. Dieses System besteht ebenfalls aus einzelnen Schienen, in denen Platten senkrecht in ebener oder gestufter Anordnung geführt werden. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass die gegenüberliegenden Schienen nicht durch gelenkige Spreizen miteinander verbunden sind, sondern durch einen biegesteifen, in der Breite veränderbaren Laufwagen auf dem gewünschten Abstand gehalten werden. Hieraus ergeben sich wesentliche Vorteile:

  • Die Linearverbauträger werden in Baulängen von 4 bis 9 m hergestellt. Aufsatzschienen, deren Einsatz sich während des Ein- und Rückbaus negativ bemerkbar machen könnte, sind nicht erforderlich. Bei größeren Grabentiefen kann in fortgeschrittenem Bauzustand ein zweiter Rahmenwagen eingesetzt werden.
  • Die exklusive Möglichkeit, beim E+S-Linearverbau die Verbauplatten in den Führungsträger einzuschwenken, erübrigt das zeitaufwendige und mitunter gefährliche Einfädeln der Verbauplatten von oben in den Verbauträger. Das Einschwenken der Platten erfolgt immer ebenerdig vom Rand des Verbaus.

Das entscheidende Konstruktionsmerkmal des Linearverbaus resultiert aus dem biegesteifen Stützrahmen. Er sorgt dafür, dass die Grabenbreite bei Ein- und Rückbau des Systems in jeder Bauphase gleich bleibt. Bei den bis dahin gebräuchlichen Verbausystemen verändert sich beim Absenken und beim Ziehen der Stützen die Grabenbreite. Sie wird um einige Zentimeter schmaler oder breiter. Die Konsequenz: Boden kann nachfließen oder er wird verdrängt. Diese Tatsache bedingt Setzungen außerhalb des Grabens und erschwert das Rückbauen ganz erheblich. Negative Auswirkungen auf die Verlegeleistung und damit die Wirtschaftlichkeit der Baumaßnahme sind die Folge.

Ein- und Rückbau

Der Einbau des Linearverbaus auf einer Baustelle, auf der zwei Bagger im Einsatz sein sollten, sieht in der Regel wie folgt aus: Ein Bagger schachtet aus, stellt die Verbauelemente ein und drückt diese bei gleichzeitigem Bodenaushub nach und nach in das Erdreich. Der zweite Bagger übernimmt den Rückbau und das Verfüllen des Grabens. Schon beim Ansetzen des ersten Verbaufeldes werden die Vorteile des Linearverbausystems deutlich. Nach der Vormontage der Führungsrahmen mit den Laufwagen und den eventuell erforderlichen Verbreiterungen wird der Graben für eine Feldlänge in geringer Tiefe ausgehoben. Als nächster Arbeitsschritt erfolgt das Einstellen des ersten Führungsrahmens. Der zweite Bagger hebt die äußeren Grundplatten nicht – wie bei anderen Systemen üblich – von oben ein, sondern führt die Platten seitlich, kurz über Geländeniveau, an die Träger heran. Dort werden diese von außen in den Linearverbauträger eingeschwenkt. Möglich wird diese Vorgehensweise durch die großen offenen Führungsprofile der Linearverbauträger. Wenn die beiden eingestellten Platten rechtwinklig zum Laufwagen und parallel zueinander ausgerichtet sind, kann der zweite Führungsrahmen problemlos von oben auf die Plattenenden eingeschoben werden. Erfahrungsgemäß dauert die Montage der ersten Verbauelemente nur kurze Zeit. Der Bagger hebt nun den Boden zwischen den Verbauelementen aus. Der Voraushub für Platten und Schienen ist jeweils bis unmittelbar an die Innenfläche der Verbauelemente vorzunehmen. Der in seiner Position verstellbare Laufwagen sowie die glatten Innenflächen des Verbaus bieten dazu ideale Voraussetzungen. So wird das verbleibende Erdreich unter den Platten und Schienen beim Nachdrücken der Elemente  abgeschnitten und fällt in den Graben. Dadurch kommt ein absoluter Kraftschluss zwischen Verbau und Erdreich zustande. Der Laufwagen als biegesteife Rahmenkonstruktion sorgt zusätzlich dafür, dass sich die Grabenbreite im Gegensatz zu Verbausystemen mit gelenkig eingebauten Spreizen beim Absenken der Schienen nicht verändert. Auf diese Weise werden Setzungen vermieden.

Weiterentwicklungen

Seit seiner Einführung wurde der Linearverbau sukzessive weiterentwickelt. Der Hersteller reagierte gezielt auf die sich ändernden Anforderungen auf den Baustellen ein. Etwa auf leistungsstärkere Baumaschinen, größere Nennweiten bei den Rohren oder auf spezielle Einsatzgebiete wie den innerstädtischen Bereich, in dem die Tiefbaumaßnahmen durch viele querende Versorgungsleitungen erschwert werden können. Um den Linearverbau auch auf innerstädtischen Baustellen wirtschaftlich und technisch sauber einsetzen zu können, konstruierten die Techniker den so genannten gestuften Dielenkammer-Linearverbau (GDL-Verbau) – kurz: innerstädtischer Linearverbau. Der GDL-Verbau arbeitet nach dem gleichen Prinzip wie der gestufte Großflächenverbau. Nur werden anstelle der innen und außen laufenden Verbauplatten jetzt zwei aneinander vorbeilaufende Dielenkammerelemente in die Verbauschienen eingeführt, in die wiederum Kanaldielen senkrecht eingestellt werden und so den Graben schützen. Daraus ergeben sich mehrere Vorteile. Aufgrund der kurzen Kragarmlängen erübrigt sich der Einbau von zusätzlichen Längsgurtungen während des Absenkens. Das Einspannen der Dielen in die Grabensohle ist wegen der Auslegung der gestuften Wandelemente nicht erforderlich.

Stirnwand-Verbau

Zum kopfseitigen Verbau von Gräben und Schächten werden in vielen Fällen Kanaldielen verwendet. Da die Spreizen der Verbausysteme nur in Längsrichtung auf Druck und Zug und nicht horizontal belastet werden dürfen, müssen allerdings entsprechend dimensionierte Stahlträger vor dem ersten Modul des Verbaus abgehängt werden. Da der Bagger mit seinem Löffel das Erdreich unter dem unteren Träger nicht entfernen kann, bleibt oft nur die Möglichkeit, von Hand nachzuschachten. Diese Vorgehensweise ist unwirtschaftlich und sicherheitstechnisch bedenklich. Aus diesem Grund wurde ein so genannter Gurtungsträger mit Adapter in das Linearverbausystem integriert, der, wie der Laufwagen auch, im Profil des Linearverbauträgers geführt wird, jederzeit in der Höhe verstellbar ist und mit der kopfseitigen Kante des Linearverbausystems bündig abschließt. Die Kanaldielen können so gegen den auf Biegung beanspruchbaren Querträger abgestützt werden. Als weitere Variante kann die Stirnwand mit Gleitschienenplatten verbaut werden. Platten von bis zu 6 m Länge machen diese Möglichkeit zur schnellen Lösung für bestimmte Gruben.

Wirtschaftlichkeit und Vielseitigkeit

Die vielfältigen Varianten des Verbaus sind vielen Planern, Auftraggebern und ausführenden Unternehmen oft nicht bekannt. Dabei hat sich der Linearverbau vielfach als die wirtschaftlichste und rationellste Lösung bei verschiedensten Tiefbaumaßnahmen auch im Vergleich zu anderen Verbauarten wie Trägerbohlwand, Bohrpfahlwand oder Spundwände erwiesen. Aufgrund seiner statischen Leistungsfähigkeit und der Fülle seiner Systembauteile sind den Einsatzmöglichkeiten (fast) keine Grenzen gesetzt.

Neben den herkömmlichen Kanalbaumaßnahmen eignet sich der Linearverbau z.B. hervorragend zur Sicherung von Baugruben für die Erstellung von Brückenwiderlagern, Fertigteilschächten sowie Ortbeton, Ölabscheidern oder Sandfängen, für Pressgruben sowie beim Einbau von Erdtanks. Entsprechend wurden bereits Tiefen bis 14 m, lichte Breiten von über 14 m und spreizenfreie Längen bis 15 m realisiert.

Tiefergehender Linearverbau

Diese Vorteile verbindet der tiefergehende Linearverbau zu einem leistungsstarken Funktionsprinzip, mit dem sich Baumaßnahmen in Tiefen deutlich über 19 m sichern lassen. Als Basis dient der herkömmliche Linearverbau. Im ersten Arbeitsschritt wird ein Modul dieses Verbausystems – bestehend aus gedoppelten Linearverbauträgern, Platten und Rahmenwagen – eingebaut. Mittels spezieller Konstruktionen und Systemkomponenten laufen die inneren Träger „auf Kontakt“ zu den äußeren Trägern. Auf diese Weise übernehmen die inneren Verbaukomponenten beim Durchfahren des äußeren Moduls die auftretenden Lasten. Sie werden beim weiteren Abtäufen über das zuerst eingebaute Modul hinaus dann wieder vom ersten Modul aufgenommen. Im Endeinbauzustand ergänzen sich die beiden Verbaumodule, deren Komponenten über die gleichen Baulängen verfügen und völlig unabhängig voneinander dem Erddruck entgegenwirken.

Das Einsatzgebiet des Verbauverfahrens sind tiefere Baugruben für den Kanalbau, Schächte und Pressgruben bis in Tiefen von ca. 10 bis 14 m, je nach Bodenbeschaffenheit. Bei extrem schlechter Kohäsion und „klebenden“ Böden mit großen, zwischen den einzelnen Verbauelementen und dem anstehenden Boden zu überwindenden Reibungskräften kann eine Anwendung dieses tiefergehenden Verbaus auch bereits für Tiefen zwischen 7 und 10 m wirtschaftlich werden, da sich hier ein Einsatz des herkömmlichen Linearverbaus – insbesondere der Rückbau – infolge der hohen Reibungskräfte beschwerlich und zeitaufwändig gestalten kann.

U-Laufwagen

Vor allem für Tiefbaumaßnahmen, bei denen ein großer Arbeitsraum oder eine große Rohrdurchlasshöhe unerlässlich sind, wurde der so genannte U-Laufwagen entwickelt. Er verstärkt sowohl das Lineaverbausystem von E+S als auch den Parallelverbau von Krings. Das Bauteil verfügt über hervorragende statische Eigenschaften und ist extrem belastbar. Je nach den Erfordernissen kann der Laufwagen in verschiedenen Bauphasen entsprechend den statischen Vorgaben stufenlos verfahren werden. Besonders erwähnenswert: Aufgrund seiner u-förmigen Konstruktion – es sind enorme Kragarmlängen möglich – macht der Laufwagen sehr große Rohrdurchlasshöhen möglich. Dadurch ergeben sich sowohl während des Ein- und Rückbaus der Verbausysteme als auch bei der Arbeit in der Baugrube viele technische und wirtschaftliche Vorteile für die auf der Baustelle eingesetzten Geräte und Fahrzeuge.

Der U-Laufwagen verfügt über die gleichen Vorteile wie der herkömmliche Laufwagen. Die biegesteife Rahmenkonstruktion sorgt dafür, dass sich die Grabenbreite im Gegensatz zu Verbausystemen mit fest eingebauten Spreizen beim Absenken der Träger nicht verändert. Auf diese Weise kommt ein absoluter Kraftschluss zwischen Verbau und Erdreich zustande, und Setzungen werden vermieden.

Ein weiteres Konstruktionsmerkmal: Der U-Laufwagen ist so konzipiert, dass er sowohl in die Einfachgleitschiene als auch in die Doppelgleitschiene passt und ohne großen Aufwand auf Grabenbreiten von 10 bis 12 m einstellbar ist. Neben der schwereren Ausführung für das gestufte Linearverbausystem haben die Techniker eine auf den Krings-Parallelverbau zugeschnittene Version konstruiert – ein Verbausystem, das ursprünglich nur über einen Rechtecklaufwagen verfügte. Auch für den einschienigen Linearverbau wurde ein leichter U-Laufwagen konstruiert, der mit einem geringeren Gewicht den kleineren Baggern bei diesen Einsatztiefen entspricht.

Kreuzschiene

Mit einer Kreuzschiene – sie wurde ebenfalls für das Linearverbausystem entwickelt – lassen sich Abläufe auf der Baustelle noch wirtschaftlicher gestalten. Bei ihrer Verwendung lässt sich der Verbau nahezu problemlos um die Ecke führen. Erforderlich ist das z.B. bei der Verlegung von Sammlern mit Abzweigungen, aber auch in Dehnerstationen, die im Zuge des Baus von Fernwärmeleitungen realisiert werden, oder im Zuge von Bodenaustauschmaßnahmen. Als Weiterentwicklung der Eckschiene sorgt die Kreuzschiene mit der Möglichkeit, von vier Seiten Verbauplatten anzusetzen, für größtmögliche Flexibilität in der Baugrube. Sie ist bis zu einer Tiefe von ca. 4,00 m einsetzbar. Nach dem Einbringen des Verbaus können die Verbauplatten in den Schienen entsprechend den statischen Vorgaben des Herstellers soweit in die Höhe gezogen werden, dass eine ausreichende Durchlasshöhe für das Verlegen von Rohren und andere Arbeiten auf der Grabensohle entsteht.

Äußere Gurtung

Mit geringen technischen Zusatzausstattungen lassen sich mit dem Linearverbau auch enorm große Arbeitsräume schaffen. Möglich wird das durch den Einsatz einer äußeren Gurtung. Mit dem Anbringen einer längsseitigen äußeren Gurtung und einer Fußabstützung der gegenüberliegenden Linearverbauträger können auf der Baustelle die Voraussetzungen für den Einbau großer Bauteile geschaffen werden, etwa Rohre mit großen Nennweiten, Tanks, großformatige Recheckprofile oder Schachtbauwerke. Nach der fachgerechten Montage der äußeren Gurtung können die Laufwagen komplett aus dem Verbau gezogen werden. Die außen angebrachte Trägerkonstruktion nimmt dann die ganze Belastung auf. Es besteht damit die Möglichkeit, auf einer Länge von zwei  bis drei Verbaumodulen die innenliegenden Aussteifungselemente zu entfernen und so eine große Einbauöffnung zu schaffen.

Fazit

Verbausysteme der Thyssenkrupp Infrasstructure sichern Gräben und Baugruben vor Einsturz. Zur umfangreichen Produktpalette zählen Gleitschienenverbau, Verbauboxen und Dielenkammerverbau der Produktmarken E+S und Krings. Entsprechend den wachsenden Anforderungen auf den Baustellen werden die verschiedenen Verbausysteme kontinuierlich weiterentwickelt. Hierbei sind verschiedene Parameter zu beachten:

  • Verbautechnologie muss ökonomisch sein: Das beginnt mit der Beratung der Planungsbüros. Diese sind nach der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) verpflichtet den Verbau „als Ingenieurbauwerk“ zu planen. Durch eine spezifische Fachberatung vor Ort wird dann gemeinsam mit dem ausführenden Unternehmen ein wirtschaftlicher Vorteil bei der Angebotserarbeitung für die Submission und/oder bei der Realisierung erarbeitet. Insbesondere durch alternative Verbaulösungen kann das betriebswirtschaftliche Ergebnis verbessert werden.
  • Verbautechnologie muss innovativ sein: Die Verbaulösung wird aus dem Fachwissen jahrelanger Erfahrung erstellt, technologisch durchdacht, ideenreich, mit Kundenmaterial und/oder Mietmaterial dem Bauvorhaben angepasst. Gerade im Bereich Baugrubenverbau sind in den letzten Jahren Lösungen für Breiten und Tiefen jeweils bis weit über 10 m und Einbaufenster zum Einbringen von Langrohren, Betonfertigteilen und großvolumigen Bauteilen in Längen bis ca. 14,5 m entwickelt worden.
  • Verbautechnologie muss autark sein: Entsprechend der Bauaufgabe wird eine unabhängige Komplettlösung angeboten, welche im Regelfall ohne Sub- oder Partnerunternehmung und ohne Spezialgerät realisierbar ist. Einzig ein der Aushubtiefe und den Bodenverhältnissen angepasster Bagger zwischen ca. 18 und ca. 50 t Arbeitsgewicht ist erforderlich.
  • Verbautechnologie muss einfach zu handhaben sein: Der Bauablauf – auch im technischen Detail – soll immer schneller vonstatten gehen. Dementsprechend ist es von Bedeutung, die Verbaulösung technisch einfach zu gestalten, sodass ohne Spezialtechnik und -kenntnisse gearbeitet werden kann.

Mit der Entwicklung von Verbausystemen, die diesen Ansprüchen genügen, leisten die Hersteller einen entscheidenden technologischen Beitrag zum klassischen Kanalbau. Aus dem temporären Baubehelf „Stahlverbau“ ist ein leistungs- und ertragssteigerndes Sicherungsverfahren geworden. Im Bereich der alternativen Verbaulösungen für Baugruben, spezielle Kanäle u. ä. können z.B. Spundwände, Trägerbohlwände, teilweise sogar Bohrpfähle durch Großflächenverbau ersetzt werden. Hierzu werden technologische Vorschläge zum jeweiligen Bauvorhaben erarbeitet. In der Planungsphase, bei der Vergabe und auch bei der Ausführung ist es immer wichtig, die eventuelle Gleichwertigkeit zu anderen Verfahren und/oder die Standsicherheit des Verbaus nachzuweisen. Dieser Nachweis kann in Form der TBG-Zulassung und/oder TÜV Zertifikaten, des statischen Nachweises basierend auf den örtlichen Gegebenheiten oder einer geprüften Statik erfolgen.

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Der Autor: Dipl.-Ing. Fritjof Heiland, Gebietsleiter Region Ost Thyssenkrup Infrastructure GmbH.
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Flexibles und vielseitig einsetzbares Verbausystem: Entsprechend der statischen Vorgaben des Herstellers können beim Linearverbau die Laufwagen in verschiedenen Bauphasen in der Höhe verfahren werden.
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Foto: Thyssenkrupp Infrastructure
Beim innerstädtischen Linearverbau werden anstelle der innen und außen laufenden Verbauplatten zwei aneinander vorbeilaufende Dielenkammerelemente in die Verbauschienen eingeführt, in die wiederum Kanaldielen senkrecht eingestellt werden.
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Foto: Thyssenkrupp Infrastructure
Kopfverbau: Zum kopfseitigen Verbau einer Startgrube werden in der Regel Kanaldielen verwendet.
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Foto: Thyssenkrupp Infrastructure
Beim tiefgehenden Linearverbau werden zwei Linearverbaueinheiten miteinander gekoppelt.
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Foto: Thyssenkrupp Infrastructure
Große Rohrdurchlasshöhe: Der U-Laufwagen verfügt über sehr gute statische Eigenschaften und ist extrem belastbar.
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Mit der 4-fach-Eckschiene (Kreuzschiene) lässt sich der Verbau problemlos um die Ecke führen.
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Foto: Thyssenkrupp Infrastructure
Mit technischer Sonderlösung großen Arbeitsraum schaffen: Mit dem Anbringen einer längsseitigen äußeren Gurtung und einer Bodenaussteifung der mittleren Trägerpaare wurden auf dieser Baustelle die Voraussetzungen für den Einbau großformatiger Halbfertigteile geschaffen.
Strebenfrei um die Ecke: Mit der Krings-Verbauecke System Passler kein Problem.
Foto: Thyssen-Krupp Infrastructure

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Thyssen-Krupp zeigt Profiltechnik und Grabenverbau

Die Thyssen-Krupp Infrastructure GmbH hat die sogenannte Krings-Verbauecke System Passler entwickelt. Das strebenfreie Verbausystem kann Richtungsänderungen im verbauten Rohrgraben bis zu 90 Grad herstellen.

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