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Dr. Rolf Benninghoven bei der Hausmesse 2012
Foto: Maike Sutor-Fiedler
Dr. Rolf Benninghoven bei der Hausmesse 2012

Personalie

Dr. Rolf Benninghoven mit 79 Jahren gestorben

Am 19. April starb Dr. Rolf Benninghoven im Alter von 79 Jahren. Er führte das gleichnamige Unternehmen in dritter Generation zu einem der Marktführer bei Asphaltmischanlagen.

Dr. Rolf Benninghoven prägte und inspirierte fast über 5 Jahrzehnte ein Unternehmen und darüber hinaus eine ganze Region. Rolf Benninghoven übernahm in dritter Generation 1966 das nach dem Familiennamen benannte Unternehmen von seinem Vater Erich. Schon dieser führte das einst von Otto Benninghoven 1906 als Maschinenfabrik in Hilden bei Düsseldorf gegründete Familienunternehmen. Dr. Rolf Benninghoven folgte sein Sohn Bernd Benninghoven in der Leitung des Unternehmens. 2014 beteiligte sich die Wirtgen Group am Unternehmen, und konnte als erstes Unternehmen weltweit die gesamte Prozesskette im Straßenbau abdecken. Für Benninghoven ergab sich die Möglichkeit, die Firma in einem stabilen und größeren Unternehmensverbund weiterzuentwickeln. Heute ist Benninghoven eine Marke und Zweigniederlassung der Wirtgen Group, die 2017 von Deere & Company übernommen wurde.

Zukunftsorientierter Unternehmer

Unter Dr. Rolf Benninghovens engagierter und zukunftsorientierter Leitung standen wichtige Veränderungen in der Firmengeschichte des Herstellers für Asphaltmischanlagen – etwa die Gründung des einstigen Firmenhauptsitzes in Mülheim an der Mosel im Jahr 1970. Zu dieser Zeit war bereits die industrielle Feuerungstechnik ein wichtiger Bestandteil des Produktprogramms. Mit dieser Technik – inklusiver automatischer Zündung und Fotozellenüberwachung – fasste Benninghoven schnell Fuß bei Beheizung von Bitumentanks und später für Trockentrommeln. Dr. Rolf Benninghoven entschloss sich, den Bau von Trockentrommeln ins Produktionsprogramm aufzunehmen. In den folgenden Jahren folgten weitere Produktgruppen, die für Asphaltmischanlagen notwendig sind, wie Thermalölerhitzer, Bitumentankanlagen, Füllerhitzer, Gussasphaltkocher, Polymeranlagen und Paralleltrommeln. 1988 konnte das erste komplette Asphaltmischwerk gebaut werden. Mit einer Produktionsleistung von 240 t/h wurde es im nahegelegenen Ürzig bei der Firma Juchem & Söhne installiert.

Die Resonanz blieb nicht aus und führte zum Ausbau der Mischanlagenproduktion und der Etablierung von Niederlassungen als 100%ige Tochtergesellschaften in 12 Ländern. 20 Jahre nach der ersten waren bereits 700 Asphaltmischanlagen weltweit im Einsatz. Ebenfalls 2008 wurden erstmals 100 Asphaltmischanlagen in einem Jahr produziert.

Den Ursprung als Maschinenbaubetrieb – mit der Produktion von Zahnrädern und Sondermaschinen für die Automobilindustrie – blieb nicht nur im Logo verankert, sondern war auch in der hohen Eigenproduktionstiefe sichtbar. Durch die Erweiterung der Märkte in alle Welt hinein, wurde allerdings die Produktionsstätte in Mülheim zu klein. Eine bauliche Erweiterung in Mülheim war aufgrund der Topographie ein Unding. Eine weitere Produktionsstätte, im nahegelegenen Wittlich, wurde unter der Leitung von Dr. Rolf Benninghoven aufgebaut. Dort wurde der Stahlbau etabliert sowie Siebmaschinen und Trockentrommeln montiert. Doch auch diese Produktionsstätte stieß an Grenzen und die Zweiteilung der Produktion war kostenintensiv. Dennoch ist Wittlich heute am Ausläufer des Hochmoselübergangs und nahe der A 1 Stammsitz des global agierenden Unternehmens.

Dort wurde im Jahr 2016 durch die Wirtgen-Group der Spatenstich für den 130 Mio. Euro teuren Neubau getan. Mit der Eröffnung des neuen Stammwerkes und der Produktionsstätte von Benninghoven im Juli 2018 verbunden sind 550 moderne Arbeitsplätze. Damit wurde Benninghoven zu einem der größten Arbeitgeber der Region. Das vorherige Stammwerk in Mülheim an der Mosel und das alte Werk in Wittlich wurden geschlossen.

Mehr als Asphalt

Rolf Benninghoven, der in Mülheim an der Mosel lebte, war auch Touristiker: Gemeinsam mit seiner Frau Heidi etablierte er in direkter Mosellage seines Heimatorts im Jahr 2006 ein Vier-Sterne-Superior-Hotel. Einige Jahre später entstand neben dem „Weißen Bär“ direkt auf dem Fluss der „River Bär“, ein Vier-Sterne-Hotelschiff. Die im dazugehörigen Restaurant kredenzten Weine stammen teilweise aus den exzellenten Familienweingütern von Mitarbeitern des Asphaltmischanlagenherstellers.  Seine Freunde bezeichnen den passionierten Jäger als „Unternehmerpersönlichkeit von altem Schrot und Korn“, als Macher, „der was aufgebaut hat“. Seine Jagdleidenschaft war bei den aller 3 Jahre im September durchgeführten Hausmessen, die immer von Sonnenschein begleitet wurden, auch kulinarisch ersichtlich. Nicht nur der Wildgulasch schmeckte den bis zu 2.000 Interessierten aus 100 Ländern der Welt, sondern auch die Auseinandersetzung der Jagdhunde mit der herbstlichen Dekoration amüsierte sie, einschließlich den „Doktor“.

Die Trauerfeier findet im engsten Kreis statt. Auf der Webseite vom Trierischen Volksfreund ist es möglich, eine Kerze anzuzünden, sich ins Kondolenzbuch einzutragen (beides kostenlos) oder eine Traueranzeige zu schalten.

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