Foto: Foto: Ute Schroeter

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Stress-Test an Baumaschinen

Bei den diesjährigen Doosan Quarry Days in einem Steinbruch im tschechischen Bělice (bei Prag) konnte die Fachpresse verschiedene Maschinen ausprobieren.

Der 20. September ist trotz herbstlichen Datums ein recht heißer Tag. Maschinenexperte Björn Borchers führt die deutschsprachige Fachpresse durch den Steinbruch im tschechischen Bělice und lässt jeden Besucher – auch „Nur-Autofahrerinnen“ – ans Steuer der zum Teil erst kürzlich auf den Markt gebrachten Maschinen. Geduldig erklärt er die Handhabung von Joystick, Bremse und anderen Details. „Frauen stellen sich mit Baumaschinen geschickt an“, erklärt er aufmunternd. Dass die eine oder andere Anfängerin dann doch dauernd vergisst, wie die Schaufel beim Vor-, Seitlich- und Zurückstellen des Joysticks reagiert, wird höflich verschwiegen. Im Steinbruch sind eben Gentlemen unterwegs, von denen allerdings nicht alle sanft mit den Maschinen umgehen. Ohne weibliche Beteiligung wird kurzerhand eine Rampe für Rambo-Spielchen aufgeschüttet. Die Maschinen würden ja glatt mitmachen, der Veranstalter sorgt sich dann aber doch um die Gesundheit der „Spielkälber“.

Leichte Spritztour mit schwerem Gerät

Björn Borchers legt zuerst den Radlader DL580-5 in weibliche Hände. Schon beeindruckend, wie sich die 5,7 m3-Schaufel hebt, senkt und sich spielend leicht ins Haufwerk wühlt. Mit beteiligt an der Leichtigkeit ist mit Sicherheit der Scania-Sechszylindermotor vom Typ DC13, der bei 1.800 U/min eine Leistung von 283 kW (385 PS) entfaltet. Ein Doppelkreislauf-Achsenkühlsystem tue ihr übriges, erklärt Borchers. Das System sei eine gute Lösung für das Anheben von Blöcken und andere schwere Materialumschlagsarbeiten. Es besteht aus zwei vollkommen getrennten Kreisläufen für Vorder- und Hinterachse; ein spezielles Kühlsteuergerät sorgt für eine optimierte Durchflussrate und Entlüftung zum Aufrechterhalten eines ordnungsgemäßen Ölkühlniveaus. Kraftstoff sparen kann der Fahrer, ohne etwas dafür zu tun. Wenn dieser länger als 10 Sekunden lang keine Steuerbewegung an Lenkrad, Löffelstiel und Schaufel ausführt, werden bei aktivierter automatischer Drehzahlabsenkung Kraftstoffeinsparungen durch die Absenkung der Drehzahl von 950 auf 750 U/min erzielt. Diese Funktion ist praktisch, wenn längere Wartezeiten auftreten, wie beim Beladen von Lkw.

Bjrn Borchers erklrt technische Details am Radlader DL580-5.Foto: Foto: Ute Schroeter

Hydrostatisches und mechanisches Getriebe

Man sieht es ihm nicht an, aber der Radlader DL420CVT-5, den Borchers als nächstes vorführt, birgt eine Besonderheit: ein stufenloses Getriebe (CVT). Es kombiniert die Vorteile eines mechanischen und eines hydrostatischen Getriebes. Dabei arbeiten Hydraulikmotor und Hydraulikpumpe derart zusammen, dass die Änderung der Geschwindigkeit gleichmäßig und kontinuierlich erfolgen kann. Das Gerät schaltet automatisch vom hydrostatischen Antrieb bei niedriger Geschwindigkeit auf das mechanische System um, um bei höheren Geschwindigkeiten zu arbeiten. Auf diese Weise können schwere Lasten bei niedrigen Motordrehzahlen mit hoher Dynamik gefahren werden. Für Aufgaben im Kieswerk bei Lade- und Hebeanwendungen werden die Betreiber den hydrostatischen Teil des Getriebes einsetzen, der bei niedrigen Drehzahlen eine höhere Kraftstoffeffizienz bietet. Die beiden Getriebe werden automatisch kombiniert, nach Angaben des Herstellers könnten damit Kraftstoffeinsparungen von bis zu 15 % erzielt werden.

Kein Dieselpartikelfilter erforderlich

Durch die Möglichkeit, hydrostatische und mechanische Leistung zu trennen, konnte der Hersteller den Scania DC09-Motor mit einer Leistung von 232 kW (315 PS) bei 1.800 U/min einsetzen, da das CVT-System die Effizienz der Maschine auch bei niedrigen Motordrehzahlen beibehält. Die Anforderungen der Stufe IV-Abgasnorm werden erfüllt, ohne dass hierzu ein Dieselpartikelfilter (DPF) erforderlich ist. Möglich machen dies Nachbehandlungsverfahren wie gekühlte Abgasrückführung (AGR) und selektive katalytische Reduktion (SCR).

Bequemes Arbeiten in neuer Kabine
Bei der Kabine haben die Entwickler dafür gesorgt, dass sich der Fahrer wohlfühlen kann. Er verfügt über einen bequemen Sitz und hat durch ein neues Lenksäulendesign mehr Beinfreiheit als vorher. Auch das Klima soll für den Maschinenführer angenehm sein, deshalb wird die Kabinenluft zweimal gefiltert, um alle Partikel von mehr als zwei Mikrometer Größe zu beseitigen. (Ute Schroeter)

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