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Na, schau mal einer an: Drei Uhu-Jungtiere haben im Steinbruch eine Kinderstube gefunden
Foto: Andreas Nolte
Na, schau mal einer an: Drei Uhu-Jungtiere haben im Steinbruch eine Kinderstube gefunden

Abgefahren

Uhu-Babys im Steinbruch: Wer ruft denn da? 

„U-uuooh“, so klingt der neue Sound in den Abbaustätten von Rump und Salzmann bei Dorste und Uehrde. In den Steinbrüchen haben sich gleich mehrere Uhu-Paare eingenistet. Zwischen Fahrzeugen, Abraumarbeiten und Sprengungen hat sich die Eulenart sogar so wohl gefühlt, dass ein Pärchen vielfachen Nachwuchs zeugte.

Uhus sind bei der Wahl ihres Lebensraums sehr flexibel und brüten in den unterschiedlichsten Landschaften. Als streng nachtaktive Jäger verstecken sie sich tagsüber in Bäumen oder an steilen und schwer zugänglichen Felswänden. Eine felsige Umgebung beliebt dem Uhu. Kein Wunder also, dass er sich immer wieder in Steinbrüchen einnistet.

Nun hatten auch die Mitarbeiter von Rump und Salzmann das Glück, die Greifvögel in den Abbaustätten aus nächster Nähe erleben zu dürfen. Im Dorster Gipssteinbruch ließ sich ein Pärchen nieder und fand vor Ort sein Familienglück . Gleich 3 junge Uhus wuchsen in der steinernen Kinderstube auf und entwickelten sich von flauschigen Knäulen bis zu Flugkünstlern im Federkleid.

Mit Geduld zum Schnappschuss

Naturfotograf Andreas Nolte entdeckte die Jungtiere. „Auf einem meiner Streifzüge durch den Steinbruch bei Dorste habe ich im Mai durch Zufall Federn gesehen, und zwar in der Nähe einer Brutnische, welche das Unternehmen eigens angelegt hatte“, erzählt Nolte. „Da war mir klar, dass die Uhus diese Nistgelegenheit angenommen hatten. Und schließlich habe ich auch die Jungen entdeckt, die mich erstaunt angeguckt haben.“

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Die künstliche Bruthöhle bietet hervorragenden Schutz
Foto: Andreas Nolte
Die künstliche Bruthöhle bietet hervorragenden Schutz

Im Auftrag von Rump und Salzmann ging Nolte auf Foto-Tour durch den Steinbruch – stets von „Adleraugen“ beobachtet. „Ein ganz eigentümliches Gefühl. Man spürt die Augen, die einen verfolgen. Und wehe, man kommt dem Nest zu nahe! Dann warnt der Uhu mit einem lauten Ruf. ‚Bis hierhin und nicht weiter!‘ - das macht er ganz klar.“

Eine gehörige Portion Ausdauer war für das Fotografieren des Nachwuchses nötig gewesen. „Manchmal ist es unmöglich, die Vögel zu entdecken; so gut sind sie getarnt. Man hört ihre Schreie, aber man sieht sie nicht. Für ein gutes Bild drückt man tausendmal auf den Auslöser.“ Die Geduld zahlte sich aber aus. So konnte der Naturfotograf Anfang Juni die Jungtiere dabei begleiten, wie sie sich aus dem Horst heraustrauten und ihre steinerne Kinderstube erkundeten. Zu dem Zeitpunkt war der Nachwuchs natürlich noch „zu Fuß“ unterwegs.

Von wegen zerstörte Natur

Uwe Schridde, Werkleiter bei Rump und Salzmann, zeigt sich zufrieden mit dem im Steinbruch gelebten Naturschutz. Auch ist er davon beeindruckt, wie wenig sich die Vögel vom Steinbruchbetrieb stören lassen: „Wir haben bewusst Rücksicht auf die Vögel genommen und gehörigen Abstand zum Nest gehalten, haben unsere Fahrzeuge in dessen Nähe nicht verlassen und Abraumarbeiten dort vermieden. Aber Sprengungen oder Fahrzeugverkehr interessieren die Uhus überhaupt nicht. Sie wissen genau zu unterscheiden zwischen harmlosem Betrieb und möglichen Bedrohungen.“

Neben dem Familienglück im Steinbruch bei Dorste gab es aber auch Nachwuchs in der Abbaustätte bei Uehrde. Dort wurde ein junger Uhu entdeckt, der inzwischen flügge ist. Wo sich allerdings seine Kinderstube befindet, weiß keiner. „Sein Nest haben wir bis heute nicht gefunden. Es zeigt aber, dass Abbaustätten alles andere als zerstörte Natur sind. Die Uhus schätzen sie als wertvolle Lebensräume“, so Schridde.

Schridde hofft, dass die Greifvögel auch im nächsten Jahr ihren Weg zurück in die Steinbrüche finden. Die Chancen hierfür stehen gut, denn Uhus gelten als ziemlich standorttreu – vorausgesetzt, es steht genügend Nahrung in der Wahlheimat zur Verfügung.

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