Von einer Tafel aus, die sich an einem Ort über Tage befindet, lässt sich der Bohrer steuern.
Foto: Sampo Manninen

Untertagebau

Upgrade für Bergbaubohrwagen

Sandvik präsentiert ein Upgradepaket für die Automatisierung der Bergbaubohrwagen DD422i / DD422iE.

Inhaltsverzeichnis

Sandvik Mining and Rock Technology hat ein Upgradepaket für die Automatisierung der Bergbaubohrwagen DD422i und DD422iE vorgestellt, mit dem Bergleute und Tunnelbauer nun Bohrarbeiten ohne Unterbrechungen rund um die Uhr ausführen können. Insbesondere bei zunehmend tieferen Gruben- und Tunnelvortrieben verlängern sich die Zeiten für die Ein- und Ausfahrt zum Schichtwechsel immer mehr. Dies verzögert die Produktionsaufnahme, wodurch sich die Arbeitsstunden pro Schicht verringern. Je tiefer der Vortrieb erfolgt, desto höher werden aus verschiedenen geotechnischen Ursachen zudem die Gesundheits- und Sicherheitsrisiken, weshalb die Arbeitgeber alles daran setzen, die Arbeitskräfte diesen harten Anforderungen nicht mehr als nötig auszusetzen.

Neue Lösung von Sandvik

Die Bohrer der Sandvik-400i-Serie DD422i und DD422iE waren schon bei zahlreichen Berg- und Tunnelbau-Projekten im Einsatz. Auch wenn diese Bohrer zahlreiche Vorteile haben, sind sie hinsichtlich der Anzahl der Bohrlöcher beschränkt, die ohne Bediener möglich sind: Die Anzahl der Bohrungen hängt unter anderem von der Lebensdauer der Bohrkronen ab, die wiederum durch die Gesteinsbeschaffenheit bedingt ist.

Außerdem steigt beim automatisierten und unbemannten Bohren von Außenlöchern die Gefahr, dass der Bohrarm die Wand berührt oder den Kollisionsschutz des Auslegers aktiviert. Beides würde ebenfalls zu einer Unterbrechung der Produktion führen. Wegen dieser Einschränkungen hat Sandvik die jetzt vorgestellten Automatisierungs-Updates für DD422i und DD422iE entwickelt.

Ausleger-Kollisionsschutz

Zur Überwindung der vorgenannten Einschränkungen hat Sandvik verschiedene optionale Extras für die Bergbau-Bohrwagen DD422i und DD422iE entwickelt. Diese sind einzeln oder als Paket erhältlich. Eine der neuen Lösungen ist der Ausleger-Kollisionsschutz, bei dem die Verfahrbewegungen der Bohrarme dynamisch neu berechnet werden. Dadurch wird im unbewachten Betrieb vermieden, dass sich der Bohrer abschaltet, um eine Kollision zu verhindern. Auch bei händischer Steuerung des Bohrarmes schützt das System vor den Folgen von Unachtsamkeiten: Die Bewegungen werden zunächst verlangsamt und schließlich gestoppt, wenn ein Bohrarm dem Träger oder dem anderen Ausleger zu nahe kommt.

Bohrkronen-Wechsler

Der patentierte, neue halbautomatische Bohrkronen-Wechsler ermöglicht es dem Bediener, die Bohrkronen von einem sicheren Ort aus zu wechseln. So muss der Maschinenführer weniger Zeit vor dem Bohrwagen verbringen. Damit wird die Gefahr gemindert, die für die Bediener auf unsicherem Grund besteht, zum Beispiel direkt vor der Ortsbrust. Außerdem ist seltener ein Aus- und Wiedereinsteigen in die Kabine erforderlich, ein Vorgang, bei dem unter Tage die meisten Verletzungen an Fußgelenk und Knie entstehen. Der Bohrkronen-Wechsler für beide Bohrarme besteht aus einem Halter für sechs oder neun Standard-Kronen und einen Fräser. Das Prinzip ist einfach: Bei Bedarf wird die bisherige Bohrkrone abgelegt und eine neue entnommen.

Bohr-Fernsteuerung

Kernstück des neuen Pakets ist die Bohr-Fernsteuerung. Von einer Bedientafel aus lässt sich der Bohrer bedienen, zum Beispiel auch von einem Ort über Tage aus. So kann der Bediener den Bohrwagen mehr Löcher bohren lassen – zum Beispiel beim Schichtwechsel oder während der Spreng- und Entlüftungszeiten. Da die Ausrüstung damit auch in unbemanntem Betrieb unter Aufsicht steht, wenngleich aus der Ferne, wird außerdem die Gefahr von Schäden verringert. Die Ausrüstung an Bord besteht aus Kameras, einer Antenne, einem zertifizierten Zugriffsschutz und dem Steuergerät, das die Verbindung zwischen der Fernsteuerung und der Bohrvorrichtung herstellt. Zur Fernsteuerung gehören eine Bedientafel, ein Display für die Kamera (in der Bedientafel) und zusätzliche Regler für Beleuchtung und Kameras. Die gesamte Steuerungsausrüstung ist leicht und kompakt, sodass die Fernsteuerung ganz nach Bedarf mühelos überall aufgestellt werden kann.

Weitere Informationen:
rocktechnology.sandvik

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