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Foto: Autobahn GmbH
Die nächste Problembrücke im deutschen Autobahnnetz: über den Rhein-Herne-Kanal im Zuge der A 43

Brücken

Auch die Brücke über Rhein-Herne-Kanal im Zuge der A 43 muss für Lkw gesperrt werden

Überprüfungen im Rahmen des sechsspurigen Ausbaus haben ergeben, dass die Brücke zwischen Recklinghausen-Hochlarmark und dem Kreuz Herne nicht mehr ausreichend tragfähig ist.

Für den Verkehr im östlichen Ruhrgebiet hat das starke Konsequenzen. „Ab 12. April müssen wir den Schwerverkehr großräumig umleiten“, sagt Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Niederlassung Westfalen der Autobahn GmbH des Bundes. „Und auch der Pkw-Verkehr muss sich leider auf Einschränkungen einstellen.“

Die Problem-Brücke

Die Emschertalbrücke ist ein Brückenzug aus 3 Bauwerken, die über den Rhein-Herne-Kanal, die Emscher und eine Bahnlinie führen. An der südlichen Brücke über den Kanal ist bei einer Überprüfung festgestellt worden, dass sich Stahlträger durchgebogen haben und damit die Tragfähigkeit des Bauwerks eingeschränkt ist. „Mit Blick auf die Verkehrssicherheit bedeutet das für uns, dass wir die Brücke entlasten müssen“, so Sauerwein-Braksiek.

Die Brücke über den Rhein-Herne-Kanal stammt aus dem Jahr 1965. Die letzte Hauptprüfung hat 2015 stattgefunden (Zustandsnote 2,4). Im Jahr 2017 wurde eine Sonderprüfung der Schweißnähte durchgeführt. Dabei wurden keine Schäden festgestellt.

Der gesamte Brückenzug sollte ab 2024 erneuert werden. Die Planungen dafür laufen bereits. Im Zuge dieser Planungen war für die Kanalbrücke schon 2016 geprüft worden, ob sie zeitweise die Last von 4 Fahrstreifen aufnehmen kann. Da es aus den 1980er Jahren einen Vorschaden an der Brücke gab, der auf die Nutzung aber keine Auswirkung hatte, wurde eine solche Doppelbelastung allerdings ausgeschlossen. Aktuell sollte geprüft werden, ob 3 Fahrspuren für die Zeit des Neubaus über die filigrane Stahlbrücke führen könnten. „Bei diesen Untersuchungen ist festgestellt worden, dass sich die Durchbiegung der Längsträger verstärkt hat“, erläutert Projektleiterin Carola Ziebs.

Tägliche Überprüfungen

In den kommenden Wochen wird die Brücke nun täglich nachgemessen, um Veränderungen auch im Millimeterbereich zu erkennen. Für den Lkw-Verkehr ist die Brücke gesperrt. Die Sperrung wird zwischen den beiden Autobahnkreuzen eingerichtet. Um das Bauwerk zusätzlich zu entlasten, werden die Verbindungen im Kreuz Recklinghausen von der A 2 auf die A 43 in Fahrtrichtung Wuppertal sowie im Kreuz Herne von der A 42 auf die A 43 in Fahrtrichtung Münster für den gesamten Verkehr gesperrt. Die Auffahrt der Anschlussstelle Recklinghausen-Hochlarmark in Fahrtrichtung Wuppertal ist ebenfalls nicht zu nutzen. Teilweise sind Verbindungen dort bereits wegen des A-43-Ausbaus gesperrt.

In 2 Wochen wird es an der Brücke eine ausführlichere Belastungsprüfung geben, für die die A 43 voll gesperrt werden muss. Erst nach dieser Prüfung, für die derzeit ein umfangreiches Konzept erarbeitet wird, kann entschieden werden, ob und wie die Kanalbrücke bis zu einem Neubau weiter für den Verkehr zur Verfügung steht.

Mehrere Szenarien

Je nach Ergebnis der Belastungsprüfung sind folgende Szenarien möglich:

  • Genügt die Einschränkung für Lkw ab 3,5 t, werden in den Kreuzen und den Anschlussstellen in der Nähe der Brücke Wiegeanlagen mit Schranken eingerichtet, ähnlich den Anlagen an der Leverkusener Rheinbrücke und der Rheinbrücke Neuenkamp.
  • Sollten die Einschränkungen nicht ausreichen, um die Tragfähigkeit der Brücke zu gewährleisten, muss die A 43 zwischen dem Kreuz Recklinghausen und dem Kreuz Herne für den gesamten Verkehr gesperrt werden.

Parallel wird auch geprüft, ob eine Behelfsbrücke an Stelle der Kanalbrücke aufgebaut werden kann. „Die Anzahl dieser Brücken, die immerhin eine Länge von 80 m haben müssen, ist allerdings beschränkt“, sagt Carola Ziebs. Die Fertigteilbrücken, die in bundeseigenen Lagern vorgehalten werden, sind vielfach für den Ersatzneubau von Brücken im Einsatz. „Wir prüfen, ob es in absehbarer Zeit eine solche Brücke gibt und schauen gleichzeitig ob sich eine Brücke an dieser Stelle auch verwenden lässt.“

Planungen für Ersatzneubau

Der Neubau des Emschertalbrückenzuges über die Strecke der Deutschen Bahn, die Emscher sowie den Kanal war für 2024 angesetzt und sollte bis 2028 dauern. In der Prüfung ist nun auch, wie ein Ersatzneubau beschleunigt werden kann. Neben der notwendigen Einbindung in das weitere Baugeschehen an der A 43 muss dabei auch mit der Deutschen Bahn über eine mögliche Änderung der Sperrpausen für die Überbrückung der Bahnstrecke verhandelt werden.

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