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Am Eingang wird der Kunde in seinem Einkaufs-Lkw von einem freundlichen Selbstbedienterminal mit Waage begrüßt, freundlich vor allem deshalb, weil es mehrere Sprachen spricht.
Foto: Paari
Am Eingang wird der Kunde in seinem Einkaufs-Lkw von einem freundlichen Selbstbedienterminal mit Waage begrüßt, freundlich vor allem deshalb, weil es mehrere Sprachen spricht.

Wie im Supermarkt

Sand ins Körbchen

Rohstoffe einkaufen wie im Supermarkt – dank Automatisierungstechniken läuft der Prozess von der Bestellung bis zur Ausgangswaage kontaktlos ab, der Lkw-Fahrer kann sich praktisch selbst bedienen.

Bei der Briloner Hartsteinwerk GmbH geht es tatsächlich zu wie im Supermarkt, nur mit dem Unterschied, dass die Kunden ihren Einkaufswagen in Form eines Lkw mit Ware beladen. Möglich wird dies durch einen von der Paari GmbH entwickelten Automatisierungsprozess, der den Ablauf von der Bestellung bis zur Verladung komplett digitalisiert. „Die Briloner Hartsteinwerke haben Rahmenverträge mit ihren Kunden, zum Beispiel über 20.000 Tonnen. Diese Verträge sind in einem Cloudportal hinterlegt, auf die sowohl der Anbieter als auch der Kunde zugreifen kann“, erklärt Paari-Geschäftsführer Nico Schröder. Über dieses Portal wird der Bestellprozess angestoßen. Wer also morgen Material benötigt, kann heute die gewünschte Menge seines Rahmenvertrages über ein Eingabeformular bestellen. Die Bestelldaten werden an den Anbieter übermittelt, der die Disposition in die Wege leitet. So ist sichergestellt, dass das gewünschte Material am Tag der Abholung zur Verfügung steht. „Dieser Transportauftrag wird dann bei uns im System hinterlegt und nochmal mit einer E-Mail bestätigt“, beschreibt Nico Schröder den weiteren Vorgang. In dieser E-Mail befindet sich ein Barcode, so eine Art Zugangsschlüssel zum Rohstoff-Supermarkt.

Willkommen im Rohstoff-Supermarkt

Am Eingang wird der Kunde in seinem Einkaufs-Lkw von einem freundlichen Selbstbedienterminal mit Waage begrüßt, freundlich vor allem deshalb, weil es mehrere Sprachen spricht. „Das ist ein extrem hoher Mehrwert für die Lkw-Fahrer, viele sprechen nur gebrochen Englisch, meist nicht mehr als Stop and Go. Über das Terminal kann die passende Landessprache anhand der entsprechenden Flagge ausgewählt werden.“ Mittels Barcode, der entweder ausgedruckt oder auch auf dem Handy hinterlegt werden kann, identifiziert sich der Kunde. Anschließend wird das Leergewicht des Lkw ermittelt, das Kennzeichen dokumentiert sowie Fotos vom Eingangsbereich gemacht. „Die Dokumentation ist sehr wichtig, da es sich ja um einen vollautomatischen Prozess handelt. Bei Problemen kann man also leicht nachvollziehen, was schiefgelaufen ist,“ erklärt Schröder. Nach erfolgreicher Wägung darf das Fahrzeug das Gelände befahren und wird vom System an den richtigen Verladeort geleitet, entweder zur Silobeladung, an der es wiederum ein Selbstbedienterminal gibt, oder zur Radladerverladung. Bei letzterem arbeitet der Radladerfahrer mit einem Tablet und belädt das Fahrzeug mit dem gewünschten Material. Stets wird gegengeprüft, ob eine Überladung droht, die Abschlusskontrolle erfolgt an der Ausgangswaage.

„Außer Personen am Steuerstand und abgesehen vom Radladerfahrer sind keine weiteren Menschen in den Prozess involviert“, fasst Nico Schröder zusammen. „Der Lkw-Fahrer kommt komplett alleine zurecht. In Zeiten des Fachkräftemangels, in der Menschen an allen Ecken und Enden fehlen, kann ein solches System Lücken schließen.“ Aber auch vor dem Hintergrund des Corona-Virus bietet ein kontaktloser, automatisierter Verladungsprozess klare Vorteile.

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Auch die Verladung per Radlader ist möglich, der Radladerfahrer ist bezüglich der Verladungsmenge über sein Tablet stets im Bilde.
Foto: Paari
Auch die Verladung per Radlader ist möglich, der Radladerfahrer ist bezüglich der Verladungsmenge über sein Tablet stets im Bilde.

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