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Eine von mehreren Aufgabe: die intelligente Brücke
Foto: BASt
Eine von mehreren Aufgabe: die intelligente Brücke

Inhaltsverzeichnis

Forschung

Digitales Testfeld Autobahn erweist sich als Erfolg

Das 2015 auf der A 9 als Forschungsträger eingerichtete Digitale Testfeld Autobahn ist seinem Anspruch als Labor unter Realbedingungen gerecht geworden.

Dies ergab eine durch die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) in Auftrag gegebene wissenschaftliche Auswertung. Die Ergebnisse bilden eine gute Grundlage, um die abgeschlossenen Projekte in Abhängigkeit der Fazits in einen regulären Betrieb zu überführen.

Aufgabenstellung

Im Jahr 2015 wurde auf dem 140 km langen Streckenabschnitt der A 9 zwischen Nürnberg und München das Digitale Testfeld Autobahn (DTA) geschaffen. Unter realen Bedingungen sollten dort Innovationen im Bereich des vernetzten und automatisierten Fahrens und der intelligenten Infrastruktur im Realverkehr erprobt, bewertet und weiterentwickelt werden. Im Auftrag der BASt führte die TÜV Rheinland Consulting GmbH die wissenschaftliche Begleitung durch.

Untersuchungsgegenstand

Im „Digitalen Testfeld Autobahn“ wurden 12 Maßnahmen zum Thema „Intelligente Infrastruktur“ umgesetzt. Im Projekt „iRoute2“ sollte eine wirtschaftliche Verkehrslageerfassung und Störfalldetektion auf Autobahnen entwickelt werden. Auf die Etablierung von V2X-Diensten zielte ein Baustellenwarner ab. Zudem wurden konkrete Überlegungen angestellt, die Notrufsäuleninfrastruktur künftig auch für weitere Dienste zu nutzen. Ziel der Maßnahme „Innovatives Lkw-Parkleitsystem“ war es, Lkw-Parkplatzkapazitäten effizienter zu nutzen. Unter dem Schwerpunkt „Intelligente Brücke“ wurden Lösungsansätze an einem Brückenneubau erforscht.

Weitere Schwerpunkte waren die Erprobung einer intelligenten Glättevorhersage, ein „Internet-Parkplatz“ sowie die Umsetzung einer innovativen Tank- und Rastanlage. Darüber hinaus wurden die Themen „Sicheres Ausleiten bei Standkontrollen“ und „Virtuelle Verkehrsbeeinflussung und strategisches Routing“ erforscht. Der regelmäßige Informationsaustausch zwischen allen Akteuren sicherte im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung eine umfassende Analyse von Zusammenhängen und Synergien der Maßnahmen.

Ergebnisse

Zur Erweiterung der Verkehrsdatenerfassung wurden Technologien zur lokalen, streckenbezogenen und mobilen Erfassung bei unterschiedlichen Streckenkategorien gegenübergestellt und bewertet. Für die Umsetzung des Baustellenwarners wurde die Ausstattung von fahrbaren Absperrtafeln (FAT) mit kooperativen Systemen gewählt. Ein positiver wirtschaftlicher Nutzen konnte aufgezeigt werden. Zur erweiterten Nutzung der Notrufsäuleninfrastruktur wurden Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt. Der Aufbau von 22 Anlagen des Lkw-Parkleitsystems stieß auf eine positive Bewertung seitens der Lkw-Fahrer; favorisiert wurde dabei eine Lösung mit Schildern anstatt ausschließlich einer Smartphone-App als Informationsquelle. Im Rahmen der Maßnahme „Intelligente Brücke“ konnten an einem Brückenneubau im Autobahnkreuz Nürnberg 4 eigenständige Forschungsprojekte realisiert werden.

Im Bereich der intelligenten Glättevorhersage zeigte sich, dass die Qualität der Vorhersagen durch den Einsatz mobiler Sensoren erhöht werden kann. Der „Internet-Parkplatz“ mit kostenfreiem Highspeed-Internetzugang über WLAN an Parkplätzen mit sanitären Einrichtungen wurde von Verkehrsteilnehmern angenommen; die technologische Umsetzung funktionierte sehr gut. Auf der Rastanlage Fürholzen West wurde mit einem Angebot aller Energieträger die erste innovative Tank- und Rastanlage der Zukunft umgesetzt. Der Betrieb der Rastanlage und die Ladeinfrastruktur werden aus erneuerbaren Energien gespeist. Das Projekt „Sicheres Ausleiten bei Standkontrollen“ durch das BALM wurde erfolgreich abgeschlossen und evaluiert. Um Verkehrslenkungsstrategien der öffentlichen Hand auch für handelsübliche Navigationssysteme zugänglich zu machen, wurden die entsprechenden technischen Voraussetzungen geschaffen.

Folgerungen

Das Digitale Testfeld Autobahn konnte zur Erforschung und Entwicklung innovativer Technologien, zur Akzeptanz technologischer Weiterentwicklungen in der Gesellschaft und zur Realisierung eines sicheren und effizienten Verkehrs beitragen. Die erzielten Ergebnisse und daraus resultierenden nachgewiesenen positiven Effekte bilden eine gute Grundlage, die abgeschlossenen Projekte entsprechend der vorliegenden Ergebnisse über das Forschungsstadium hinaus in einen regulären Betrieb zu überführen. (MAI/RED)

Tipp: Den kompletten Bericht können Sie hier herunterladen.

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